Sendedatum: 11.02.2016 16:40 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

Navi an, Kopf aus: Die lustigsten GPS-Fails

Ja, Navis sind überaus praktische Wegbegleiter. Aber den eigenen Kopf sollte man trotz technischer Unterstützung beim Autofahren nicht gleich ganz abschalten. Wir haben euch die lustigsten, heftigsten und ärgerlichsten GPS-Fails zusammengestellt.

Eine der angenehmsten Alltags-Errungenschaften der letzten Jahre: Dank Navi ist Autofahren viel entspannter geworden. Wir müssen uns nicht mehr mit riesigen Landkarten und unhandlichen Falt-Techniken herumschlagen. Einfach Ziel eingeben, Navigation starten und entspannt durch den Verkehr zum Ziel lotsen lassen. Oder etwa nicht?

Über die Hafenkante in den Kanal

Ein Autofahrer aus Oldenburg ist von seinem Navigationsgerät in den Küstenkanal in Edewecht (Landkreis Ammerland) gelotst worden. Bei Dunkelheit und leichtem Regen lotste der Wegbeschreiber den 69-Jährige direkt über die Hafenkante in den Kanal. Durch ein Seitenfenster konnte sich der Fahrer laut Polizei aus dem Wagen retten, bevor dieser versank.

Mit dem Navi in die Elbe

Mit Frostbeulen und einem fetten Schreck davongekommen: Vier polnische Landsmänner haben sich 2016 im fremden Lüneburg doch etwas zu sehr auf die Ortskenntnisse ihres Navis verlassen. Statt mit den Augen die Umgebung zu erkunden, haben die Fahrer sich wohl ausschließlich auf den kleinen Bildschirm am Amaturenbrett konzentriert. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Vier mitsamt Auto bei Bleckede über den Fähranleger in die Elbe gerauscht sind. Blindes Vertrauen zahlt sich also auch beim Autofahren nicht aus!

Das geht auch im Main

Letzte Ausfahrt: der schöne Main. Nicht nur die Elbe scheint ein beliebter Zielort für fehlgeleitete Navis zu sein. Auch in Offenbach haben fünf Autoinsassen ihrem elektronischen Wegbegleiter zu viel Aufmerksamkeit geschenkt und ihren Kleinwagen straight im Main versenkt. Die fünf Blindfische konnten sich zwar noch rechtzeitig aus dem Wagen retten, dieser ist aber vollkommen im Fluss versunken und musste von der Feuerwehr geborgen werden. Unnötig, oder?

Und weils so schön ist ...

Die nasse Erfahrung funktioniert übrigens nicht nur mit Flüssen ganz hervorragend. 2015 wollten zwei amerikanische Touristen nach Caldey Island vor der Südküste von Wales fahren. Die Insel ist allerdings nicht mit dem Festland verbunden und nur per Boot erreichbar. Trotzdem hat sich das Paar nicht gewundert, als ihr Navi ihnen eine direkte Route zum 3,7 Kilometer entfernten Ziel vorschlug. Kurzerhand steuerten die beiden ihren Leihwagen direkt in den Bristolkanal, die Bucht zwischen England und Wales. Hups!

Teure Schlammschlacht

Es gibt wohl auch Japaner, die kein Englisch sprechen. Anders wäre dieses GPS-Desaster nicht zu erklären. 2012 wollten drei japanische Australien-Touristen einen Trip nach North Stradbroke Island, im Süden des Staates Queensland, machen. Ja, "island" bedeutet "Insel" - auch dann noch, wenn dich dein Navi in die Moreton Bay, eine Bucht an der Ostküste des Kontinents, schickt. Das muss den drei nach den ersten 45 Metern auch klar geworden sein. Die Räder ihres Mietwagens gruben sich immer tiefer in den schlammigen Sand und dann kam auch noch die Flut. Zwar konnten die Insassen sich zu Fuß retten, der Autovermieter brummte ihnen aber trotzdem zusätzliche 1.500 Dollar auf.

Wilde Fahrt durch die Wildnis

Auch im Outback kann blindes Vertrauen schnell lebensgefährlich werden. 2008 wollte eine Reisegruppe mit 25 Teilnehmern und ihren Autos durch die USA von einem Naturwunder zum nächsten tingeln. Das erste Fahrzeug führte die Wagenkolonne zum Grand Canyon, der 450 Kilometer langen Schlucht im Norden von Arizona. Dabei verließ sich der Fahrer auf sein satellitengestütztes GPS-Systems - leider zu Unrecht. Die Wagen heizten über Stock und Stein durch die Wildnis und hielten erst als es dunkel wurde. Am nächsten Morgen erkannten sie dann, dass sie nur wenige Schritte vor einem tödlichen Abgrund angehalten hatten. Glück gehabt!

Augenmaß bleibt trotz Navi wichtig

Passe ich in diese Parklücke oder nicht? Kann ich den LKW überholen oder nicht? Nach ein paar Jahren Erfahrung, ist eigentlich jedes Fahrer-Auge geschult. Nicht so bei diesem bayerischen Urlauber: Der Mann war auf der Suche nach seinem Hotel am Villacher Hauptplatz in Österreich. Sein Navi lotste ihn schließlich in eine Gasse, die sowohl viel zu eng, als auch eine Fußgängerzone war. Anstatt anzuhalten, jagte der Mann seinen fetten Mercedes-Kombi immer weiter in das Gässchen. So lange, bis er steckenblieb und durch den Kofferraum aus seinem Auto klettern musste. Dein Ernst, guter Mann?

Festnahme Dank Navi

Einem dreisten Dieb wurde sein Diebesgut zum Verhängnis: Der Mann knackte ein Auto, um daraus das Navi zu stehlen. Lustigerweise ist ihm bei dieser Aktion sein Handy aus der Tasche gefallen und im Auto gelandet. Als er bemerkte, dass ihm etwas fehlt, kehrte er zum Parkplatz zurück. Inzwischen war die Polizei aber schon lange eingetroffen und der dämliche Dieb wurde auf der Stelle verhaftet. So kanns also auch laufen ...

Capri oder Carpi?

Dass die Smartphone-Autokorrektur für den ein oder anderen unangenehmen Fail sorgen kann, ist allgemein bekannt. Aber wer hätte gedacht, dass man auch beim Navi die Schreibweise des Zielorts doppelt und dreifach überprüfen sollte? Zwei Schweden mussten das auf die harte Tour lernen. Die beiden wollten in den Urlaub auf die italienische Insel Capri fahren. Das Ergebnis ihres Navi-Tippfehlers: Sie landen irrtümlich in der italienischen Stadt Carpi, 850 Kilometer entfernt. Das nennt man dann wohl Überraschungs-Urlaub!

Das geht auch mit einem Reisebus

Busfahren ist ätzend. Lange Busfahren ist noch ätzender. Und viel zu lange Busfahren ist dann wohl das ultimative Ärgernis. 2015 sollte ein Busfahrer 50 Belgier in das französische Skigebiet La Plagne bringen. Auch er hatte wohl zu dicke Finger für den Navi-Touchscreen und wählte als Zielort nicht La Plagne in den Alpen, sondern ein anderes La Plagne im Süden des Landes nahe der Pyrenäen. Erst bei Toulouse in Südfrankreich bemerkte der Mann seinen Fehler, drehte um und kam mit 1200 Kilometern Umweg und 24-stündiger Verspätung endlich am richtigen Ort an.

Navi aus im Parkhaus

Parkhäuser sind verwirrend - ohne Frage! Aber so blöd muss man erst mal sein: Ein Autofahrer nahm in einem Parkhaus in Hannover ausversehen den "Ausgang" für Fußgänger, anstatt mit seinem Auto in Richtung "Ausfahrt" zu düsen. Das Resultat: Der 33-Jährige blieb mit seinem Wagen auf einer Fußgänger-Treppe hängen. Als wenn das nicht schon peinlich genug gewesen wäre, rechtfertigte der Mann seine Panne damit, dass sein Navi ihm den Weg gewiesen hätte. Ähm, okay ...

95 Kilometer vs. 1500 Kilometer

Auch bei diesem Fail liegt der Verdacht auf mangelnde Hinkapazitäten sehr nah: Eine 63-jährige Belgierin wollte eigentlich nur ihren Freund vom Bahnhof in Brüssel abholen. Das Wiedersehen des Pärchens verzögerte sich allerdings unerwartet. Statt die erwarteten 95 Kilometer von ihrem Wohnort Solre-sur-Sambre in die belgische Hauptstadt fuhr die Frau ganze 1500 Kilometer - bis sie in in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ankam. Warum ihr die lange Fahrt nicht spanisch vorkam? Sie sei beschäftig gewesen. Aaaaaha ...

Teuflischer Pilger-Irrtum

Millionen Menschen pilgern jedes Jahr nach Lourdes in Frankreich - aber nicht alle erreichen den Wallfahrtsort. Sondern? Sie landen in einem kleinen Dorf mit ähnlichem Namen: im 90 Kilometer entfernten Lourde, ohne "s am Ende". Einen kleinen Trost gibt es trotz Irrtum immerhin. Auch Lourde hat eine eigene Jungfrau, die wie im berühmten Wallfahrtsort auf einem Felsen steht, an dem eine Quelle entspringt. Zwar wurden ihre Wunder von der katholischen Kirche nie anerkannt, aber wer eine Stunde zu lang im Auto sitzt freut sich auch über "eine halbe Heilige". Die Moral der Geschicht? Vertraue deinem Navi nicht!

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | 11.02.2016 | 16:40 Uhr

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