Sendedatum: 01.05.2016 10:40 Uhr

Fragen und Antworten zur Knochenmarkspende

Wie funktioniert die Online-Registrierung? Was passiert genau bei einer Stammzellen-Entnahme und welche Risiken bestehen für mich? Diese und weitere Fragen findet ihr hier im Überblick.

Komme ich überhaupt als Spender in Frage?

Lebensspender können grundsätzlich alle Menschen werden, die zwischen 18 und 55 Jahre alt und in guter körperlicher Verfassung sind. Zu eurem Schutz und zum Wohle der Patienten gibt es einige Ausnahmen, die in den Richtlinien der Bundesärztekammer formuliert wurden. Danach dürfen folgende Personen nicht aufgenommen werden:

  • Personen, die jünger als 18 oder älter als 55 Jahre sind
  • Personen, die weniger als 50 Kilogramm wiegen oder stark übergewichtig sind. Bei einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 40 ist eine Aufnahme leider nicht möglich.
  • Personen mit bestimmten schweren Erkrankungen. Um welche es sich genau handelt, erfahrt ihr auf der Webseite der DKMS.
  • Personen nach einer Fremdorgantransplantation
  • Personen mit einer Suchterkrankung
  • Personen, die zu den von der Bundesärztekammer festgelegten Risikogruppen gehören (Ausschluss von der Blutspende). 

 

Wie funktioniert die Online-Registrierung?

Die Online-Registrierung ist sehr einfach:

  • Fordert auf der Website der DKMS ein Registrierungs-Set an.
  • Im Set enthalten sind zwei Wattestäbchen, mit denen ihr zwei Wangenabstriche macht (Erklärung wird mitgeliefert).
  • Diese Wattestäbchen schickt ihr samt ausgefüllter und unterschriebener Formulare, die dem Set beiliegen, an die DKMS portofrei zurück.

 

Wie realistisch ist es, dass ich tatsächlich für eine Stammzellenentnahme in Frage komme?

Nach den Erfahrung der DKMS kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender, die vollständig typisiert sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit, Stammzellen zu spenden, etwa 1 Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung. Im Moment spenden täglich mindestens zehn DKMS-Spender Stammzellen oder Knochenmark, rund 300 im Monat. Über 23.000 Mal konnte bereits die Chance auf Leben gegeben werden.

 

Was passiert genau bei einer Entnahme von Stammzellen und welche Risiken bestehen für mich?

Es gibt zwei Entnahmearten für die Stammzelltransplantation:

1. die periphere Stammzellentnahme und

2. die Knochenmarkentnahme.

Bei der peripheren Stammzellentnahme wird dem Spender fünf Tage lang ein körpereigener hormonähnlicher Stoff (Wachstumsfaktor G-CSF) verabreicht, der vom Körper zum Beispiel auch bei fieberhaften Infekten produziert wird. Dieses Medikament stimuliert die Produktion der Stammzellen und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Diese können dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden. Große Vorteile dieser Methode sind die fehlende Narkose und die ambulante Durchführung. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand bei der Stimulation mit G-CSF nicht belegt. Um dies weiter sicherzustellen, steht die DKMS mit ihren Lebensspendern in regelmäßigem Kontakt.

Bei der Knochenmarkentnahme wird dem Spender unter Vollnarkose ca. ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. In dem Gemisch sind circa fünf Prozent des Gesamtknochenmarks, das sich innerhalb von etwa zwei Wochen vollständig regeneriert. Was bleibt, sind zwei kleine Narben über dem Gesäß - und das gute Gefühl, einem Menschen eine Chance auf ein neues Leben gegeben zu haben.

Insgesamt verbleibt der Spender zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Das Risiko für ihn ist gering. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf das übliche Narkoserisiko. Um mögliche Komplikationen auszuschließen, wird der Stammzellspender - wie oben geschildert - vorher immer eingehend untersucht.

Welches Verfahren bei der Stammzellspende angewandt wird, richtet sich nach den Belangen des Patienten. Nach Möglichkeit wird auf die Wünsche der Spender Rücksicht genommen.

 

Muss ich für die Stammzell- oder Knochenmarkspende für längere Zeit ins Krankenhaus?

Bei der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm ist in der Regel ein Krankenhausaufenthalt von etwa drei Tagen erforderlich (1. Tag: Aufnahme, 2. Tag: Entnahme, 3.Tag: Entlassung). Der ganze Eingriff selbst dauert etwa eine Stunde.

Bei der peripheren Stammzellentnahme wird dem Spender über fünf Tage hinweg ein hormonähnlicher Stoff unter die Haut gespritzt (wie Insulin beim Diabetiker). Dies kann beim Hausarzt geschehen, aber auch vom Spender selbst vorgenommen werden. Der eigentliche Vorgang der Stammzellentnahme kann im Anschluss daran ambulant erfolgen und dauert circa drei bis vier Stunden. Gegebenenfalls ist eine zweite Entnahme am Folgetag notwendig.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Typisierung mittels Blutentnahme und der "Wattestäbchen-Methode"?

Es besteht im Ergebnis kein Unterschied: Beide Methoden führen dazu, dass der potenzielle Spender vollständig in die Datenbank aufgenommen wird.

Der Unterschied ist lediglich in Ort und Zeit auszumachen: Die DKMS setzt die Blutabnahmemethode bei öffentlichen Typisierungsaktionen ein, damit sich niemand aufgrund der emotionalen Situation vor Ort oder aus einer Gruppendynamik heraus registrieren lässt, obwohl sie/er Angst vor Spritzen hat. Denn bei einer späteren Stammzellspende ist eine Blutabnahme unumgänglich.

Mit der Wattestäbchen-Methode bietet die DKMS denjenigen, die sich über die Internetseite der DKMS über das Thema Leukämie und Stammzell- bzw. Knochenmarkspende informieren, einen einfachen und schnellen Weg der Registrierung an.

 

Wo kann ich mich typisieren lassen?

Die Registrierung zur Typisierung ist auf zwei Wegen möglich:

  • Fordert hier ein Registrierungs-Set an, indem ihr das Formular ausfüllt. Mit dem Set werdet ihr ganz bequem von zu Hause aus potenzieller Stammzellspender.
  • Findet im Veranstaltungskalender der DKMS eine Typisierungsaktion in eurer Nähe.

 

 

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | 01.05.2016 | 10:40 Uhr

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