Stand: 19.06.2018 18:01 Uhr

Sicherheit auf Festivals: Wo geht's nach Panama?

80.000 Menschen: Sie tanzen, drängeln, schubsen. Ganz normal. Doch manchmal fühlt sich eine Berührung, ein Blick unangenehm, unangemessen an. Jetzt gibt es eine Möglichkeit, wie ihr unangenehme Situationen schnell und diskret melden und euch in Sicherheit bringen könnt. Stellt die Frage: "Wo geht's nach Panama?"

Bei Tausenden Menschen, die gemeinsam feiern und trinken, kann es zu Situationen kommen, in denen ihr euch unsicher fühlt. Egal, ob der Kreislauf nicht mitmacht, jemand euch zu nahe kommt oder ihr euch aus einem anderen Grund unsicher fühlt. Für diese Fälle hat der Konzertveranstalter FKP Scorpio, der unter anderem das Hurricane und das Deichbrand verantwortet, eine Initiative ins Leben gerufen. Der einfache Satz "Wo geht's hier nach Panama?" führt euch ohne Umwege und Rückfragen aus der unangenehmen Situation.

Nicht nur, wenn ihr selbst betroffen seid, sondern auch, wenn ihr seht, dass jemand anderes Hilfe benötigt. Doch die Frage soll nicht ausschließlich bei Belästigung zum Einsatz kommen.

Auch bei anderen auffälligen Situationen - kurz bevor eine Prügelei ausbricht, die Aggressivität bei einem Gast wächst, könnt ihr mit der Frage nach Panama die Sicherheitskräfte unauffällig darauf aufmerksam machen.

Ansprechpartner, die euch helfen können, sind:

  • Barpersonal
  • Security-Mitarbeiter
  • Festivaljobber
  • Polizei
  • Sanitäter
  • ALLE Mitarbeiter mit einem grün-violetten Armband mit der Aufschrift "Panama"

Was passiert dann?

Der Code-Satz wird vom Festivalpersonal nicht weiter hinterfragt und ihr werdet in einen sicheren und abgeschirmten Bereich gebracht. Zusammen könnt ihr den nächsten Schritt besprechen: Braucht ihr nur einen Moment Ruhe, möchtet ihr mit einem Seelsorger sprechen, benötigt ihr einen Sanitäter oder möchtet ihr telefonieren? Auf dem Gelände gibt es außerdem eine Polizeiwache, bei der ihr im Ernstfall Anzeige erstatten könnt.

Warum "Panama"?

Festivals sind laut, überall sind Menschen, da ist es völlig verständlich, dass ihr euer Problem nicht detailliert durch die Menge rufen möchtet. Durch den Satz "Wo geht's nach Panama?" umgeht ihr diese Situation und müsst das Problem auch nicht in Worte fassen oder erklären. In vielen Fällen werden Straftaten nämlich aus genau diesem Grund nicht gemeldet.

Wenn ich in einer Situation bin, in der ich mich nicht wohl fühle, kann es eine zusätzliche Überwindung sein, nach Hilfe zu fragen oder sich zu erklären. Katja Wittenstein von FKP Scorpio

Warum sich der Veranstalter für "Panama" entschieden hat, hängt mit dem Kinderbuch von Janosch zusammen. Dort sagt der Tiger zum Bären: "Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten." Und genau das ist der Zweck des Satzes: Ihr sollt euch sicher fühlen, Spaß haben und wissen, dass immer jemand in der Nähe ist, der euch helfen kann. Doch "Panama" hat noch mehr Vorteile:

Wir wollten ein Wort, das sonst nicht im Festival-Kontext fällt, das hellhörig macht und das man sich gut merken kann. Katja Wittenstein

Wo findet ihr "Wo ist Panama"?

An der Aktion nehmen alle Festivals teil, die von FKP Scorpio organisiert werden. Dazu gehören: Deichbrand Festival, Southside Festival, A Summer's Tale, Chiemsee Summer, M'era Luna, Metal Hammer Paradise und Highfield Festival.

"Ist Luisa hier?" - ein Projekt für mehr Sicherheit in Clubs und Kneipen

"Ist Luisa hier?" ist ein anderer "Safe-Satz", der euch zum Beispiel in vielen Bars oder Clubs in Sicherheit bringt. 2016 wurde das Projekt in Münster gestartet. Der dortige Frauen-Notruf hat das Personal in ausgewählten Bars für Notfallsituationen geschult und Flyer und Plakate zur Aktion wurden diskret auf den Damentoiletten ausgelegt. Ähnlich wie bei "Panama" werden die Betroffenen auch hier an einen sicheren Ort, zum Beispiel den Mitarbeiterraum, gebracht. Von dort aus kann zum Beispiel ein Taxi gerufen oder der Club durch einen Hinterausgang verlassen werden.

Vorbild England

Laut einer Studie von YouGov wurde jeder fünfte Festivalbesucher in Großbritannien bereits sexuell belästigt. Bei Frauen unter 40 waren es sogar 43 Prozent. Lediglich zwei Prozent der Betroffenen haben den Vorfall der Polizei gemeldet. Viele haben Angst davor, dass man ihnen nicht glaubt, dass sie nicht ernst genommen werden, dass der Vorfall heruntergespielt wird, oder dass sie sich dafür schämen. Grund genug das Projekt "Good Night Out" ins Leben zu rufen. Bereits seit 2014 macht sich die Kampagne unter anderem mit Postern in Clubs und Bars gegen sexuelle Belästigung stark.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 19.06.2018 | 05:00 Uhr

N-JOY
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