Stand: 14.04.2021 13:08 Uhr

Gründer sorgen mit Perioden-Handschuhen im Netz für Diskussionen

Zwei männliche Gründer haben bei "Die Höhle der Löwen" pinke Einweg-Handschuhe vorgestellt, mit denen Frauen ihre benutzten Tampons diskret verstecken sollen. Die Meinungen dazu gehen im Netz stark auseinander.

Die beiden Gründer Eugen Raimkulow und André Ritterwürden haben bei der VOX-Sendung "Die Höhle der Löwen" ein neues Periodenprodukt vorgestellt - und damit für rege Diskussionen im Netz gesorgt. Vor allem Frauen sind entsetzt und kritisieren, dass das Tabu-Thema "Periode" auf diese Weise mal wieder als eklig dargestellt wird.

Zwei Männer, die sich mit der Periode beschäftigen - klingt erstmal lobenswert. Allerdings finden im Netz viele User und Userinnen das Produkt an sich problematisch. Es handelt sich nämlich um pinke Handschuhe, mit denen Frauen benutzte Tampons oder Binden diskret verstecken sollen.

Gründer: "Wir sind beide echte Frauenversteher"

Viele im Netz äußern ihre Kritik. Sie finden: So werde das Signal gesendet, dass Frauen ihre Binden und Tampons verstecken müssen - sogar im Müll. Denn ein Argument der Gründer, die sich übrigens selbst als "echte Frauenversteher" bezeichnen, ist, dass ihnen aufgefallen sei, wie unangenehm benutzte Tampons im Badezimmer-Mülleimer riechen und aussehen würden.

Damit wird die Periode laut der Kritik im Netz als unrein und unhygienisch dargestellt, obwohl sie mittlerweile kein Tabuthema mehr sein sollte. Ein weiterer Kritikpunkt der User und Userinnen: Eigentlich brauche es gar keine Handschuhe, denn Händewaschen reiche völlig aus. Für Klopapier brauchen wir schließlich auch keine Handschuhe. Das Produkt suggeriere demnach eine Lösung für ein Problem, das wohl die wenigsten Frauen als Problem empfinden.

Produkt erntet im Netz heftige Kritik

Während das Produkt im Netz heftige Kritik erntet, zeigt sich Investor Ralf Dümmel begeistert und bietet den beiden Gründern einen Deal an, den diese annehmen.

Auf einem Instagram-Bild des "Höhle der Löwen"-Accounts präsentiert Ralf Dümmel das Produkt: "Problem Tamponentsorgung von zwei Männern gelöst", lautet der Untertitel. In den Kommentaren häufen sich jedoch wütende Stimmen wie zum Beispiel diese:

Drei Männer, die uns erklären, wie wir unsere Menstruation verheimlichen können?! Mansplaining auf unterster Ebene und dazu noch sexistisch und nicht gerade umweltfreundlich. Userin bei Instagram

Der ganze Deal macht auch nachdenklich, denn vor zwei Jahren waren bereits zwei Gründerinnen in der Höhle der Löwen zu Gast, die nachhaltig produzierte Menstruationsunterwäsche vorgestellt haben. Sie haben von den männlichen Investoren keinen Deal angeboten bekommen. Damals lautete die Begründung: Das sei ja ein Frauenthema und deshalb wären weibliche Investorinnen dafür mehr geeignet.

Inzwischen hat sich Investor Ralf Dümmel bereits zu der Kritik geäußert: "Es gilt jetzt, sich zu vernetzen, das Feedback ernst zu nehmen und das Thema umfassend zu überdenken."

Außerdem betont er, dass das jeweilige Geschlecht der Gründer grundsätzlich kein Merkmal bei der Frage sein sollte, ob ein Produkt Relevanz hat oder nicht. Es gebe tolle Gründerinnen, die starke Produkte für eine männliche Zielgruppe entwickeln. Andersrum müsse es genauso möglich sein.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 14.04.2021 | 05:00 Uhr

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