Stand: 15.10.2020 12:37 Uhr

"Lost" ist das Jugendwort des Jahres 2020

Rund eine Million Vorschläge sind eingegangen. Das Rennen haben aber drei Favoriten gemacht: "Lost", "Cringe" und "Wild/Wyld". Die Mehrheit hat entschieden – und "Lost" zum Jugendwort 2020 gewählt.

Zum ersten Mal konnten Jugendliche per Online-Voting selbst entscheiden: "Lost" ist das Jugendwort des Jahres 2020. Das englische Wort bedeutet ins Deutsche übersetzt "verloren". In der Jugendsprache ist damit jemand gemeint, der ahnungslos, unsicher oder unentschlossen ist.

Mit 48 Prozent der Stimmen hat "Lost" sich gegen die anderen beiden Finalisten "Cringe" und "Wyld/Wild" durchgesetzt, wie der Pons-Verlag mitteilte. "Cringe" erreichte mit 28 Prozent den zweiten Platz und beschreibt etwas Peinliches und Unangenehmes. "Wyld" oder "Wild" wird umgangssprachlich verwendet, um etwas Krasses und Besonderes zu beschreiben. Dafür gab es den dritten Platz.

Jugendwort 2020: Das Voting

Seit 2008 kürt der Langenscheidt-Verlag mit einer Jury das Jugendwort des Jahres - allerdings nicht immer im Einklang mit dem Voting der Online-Community. Als 2019 der Langenscheidt-Verlag vom Pons-Verlag übernommen wurde, setzte auch die Wahl des Jugendwortes 2019 einmalig aus.

Nun gab es ein Comeback - und damit auch eine neue Art der Abstimmung, die die Meinung der Jugendlichen mehr in den Fokus rückten soll.

Die Kriterien

Gefragt sind beim Jugendwort laut Webseite unter anderem der Verbreitungsgrad des Wortes, Originalität sowie gesellschaftliche und kulturelle Relevanz.

Aus den Vorschlägen, die die 10- bis 20-Jährigen online einreichen konnten, erstellte eine Jury unter Berücksichtigung dieser Kriterien ein Top-10-Ranking. Anders als in den Vorjahren fiel die finale Entscheidung nicht durch die Jury, sondern per Online-Abstimmung durch die Jugendlichen selbst.

Das waren die Top 10 im Jahr 2020:

  1. Schabernack (sarkastisch)
  2. Mittwoch („Es ist Mittwoch meine Kerle", Frosch Meme)
  3. Sauftrag (geplantes Besäufnis)
  4. Wild/Wyld (heftig, krass)
  5. Lost (ahnungslos, unsicher, unentschlossen)
  6. No front (Erklärung, dass etwas nicht verletzend oder beleidigend gemeint ist)
  7. Köftespieß (Meme zum Rapper Xatar: Das Lieblingsessen nach der Haftentlassung)
  8. Digga/Diggah (Freund, Kumpel, Bro)
  9. Cringe (Fremdscham auch als Adjektiv: cringe, unangenehm, peinlich)
  10. Mashallah (Ausdruck für Lob, Kompliment: „Mashallah, die Hübsche")


Jugendwort des Jahres: Die Gewinner der vergangenen Jahre

  • 2008: Gammelfleischparty

    Party für Menschen über 30 Jahren, Ü30-Party

  • 2009: hartzen

    Arbeitslos sein, "rumhängen"

  • 2010: Niveaulimbo

    Ständiges Absinken des Niveaus, aus dem Ruder laufende Partys und sinnlose Gespräche unter Jugendlichen

  • 2011: Swag

    Beneidenswerte, lässige Ausstrahlung

  • 2012: YOLO (you only live once)

    1. Aufforderung, eine Chance zu nutzen, 2. Entschuldigung für falsches Verhalten

  • 2013: Babo

    Boss, Anführer, Chef

  • 2014: "Läuft bei Dir"

    Alles läuft gut, ist okay.

  • 2015: "Smombie"

    Kombination aus Smartphone und Zombie - jemand, der nur auf sein Smartphone starrt.

  • 2016: "Fly sein"

    "Besonders abgehen" - egal, ob es sich um eine Person oder um einen Gegenstand handelt.

  • 2017: "I bims"

    Der Ausdruck stammt von der Facebookseite "Nachdenkliche Sprüche mit Bilder", die auch den Begriff "vong" und die inflationäre Verwendung der "1" geprägt hat.

  • 2018: "Ehrenmann/Ehrenfrau"

    Ein Gentleman beziehungsweise eine Lady, der oder die etwas Besonderes für uns tut.

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