Stand: 28.01.2021 16:20 Uhr | AutorIn: Nele Wehmöller

Positiv bleiben in Zeiten von Corona: So findet ihr Glücksmomente im Alltag

Glücklich sein - das war schon mal leichter als gerade im Lockdown. Aber das Gute ist: Wir können trainieren, glücklich zu sein - auch jetzt! Wie das geht, hat der Psychologe und Glücksforscher Tobias Rahm von der TU Braunschweig im N-JOY Interview erklärt.

Immer mehr Menschen sind pandemiemüde und es leid, sich einschränken zu müssen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Universität Erfurt. 55 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, ihre persönliche Situation momentan als belastend zu empfinden. Insbesondere viele junge Menschen unter 30 Jahren (64 Prozent) fühlten sich demnach einsam, ängstlich und angespannt.

Wie wir es trotzdem schaffen können, positiv zu bleiben und ein bisschen mehr Alltagsglück zu gewinnen, weiß Tobias Rahm, Experte für Positive Psychologie und Glücksforschung. Statt sich auf die negative Situation zu konzentrieren, sollten wir ihm zufolge unsere Augen bewusst offen halten für kleine Glücksmomente.

Glücklich sein sei nämlich nicht nur ein angenehmes Gefühl, sondern es bringe uns auch im persönlichen Wachstum weiter: "Je häufiger wir positive Emotionen haben, desto mehr erweitert sich unser Denk- und Handlungsspielraum", erklärt Rahm.

 

Tipp 1: Augen auf für Glücksmomente

Der Trick ist: "Such Schönes in deiner Umgebung und genieß das, was du da siehst. Nimm dir Zeit, schöne Sachen auszukosten, zu intensivieren - bau das explizit in den Tag ein", empfiehlt der Glücksforscher.

Dafür rät Tobias Rahm dazu, vor allem nach draußen in die Natur zu gehen. Körperliche Aktivität und Fitness sei zusätzlich unheimlich gut für das eigene Glücksempfinden.

Er selbst gehe zum Beispiel gerne in den Park, um Eichhörnchen zu beobachten. Für den Psychologen immer ein kleiner Glücksmoment. Was dabei zählt ist Folgendes:

Prinzipiell geht es darum, schöne Sachen in der Natur zu sehen. Die Augen offen zu halten und zu gucken, was sind denn Sachen, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Und auch wenn alles drumherum grau und trist ist, gibt es immer irgendwo etwas Buntes, was man sich angucken kann.

Die Augen im Alltag genau für solche Dinge offen zu halten, kann laut Rahm schon helfen, ein bisschen glücklicher zu sein. Beim nächsten Spaziergang also einfach mal bewusst auf Kleinigkeiten achten, die euch lächeln lassen.

 

Tipp 2: Bewusst erleben und genießen

Das gilt auch für Zuhause. Dort können wir Rahm zufolge ebenfalls Glückstraining betreiben:

Aus der Forschung wisse man, dass das bewusste Genießen von Tätigkeiten glücklich mache, erklärt der Psychologe. Das heißt, wir sollten uns bewusst Zeit für Dinge nehmen, von denen wir wissen, dass sie uns ein gutes Gefühl geben.

Das können laut Rahm zum Beispiel das Hören unserer Lieblingsmusik sein, selbst Musizieren oder Malen sein. Ein paar solcher Tätigkeiten täglich zu machen, sei sehr gut für die Emotionsbilanz.

 

Tipp 3: Andere glücklich machen

Nicht nur bewusst Dinge für uns selbst tun, kann uns glücklich machen. Was unserem eigenen Glück auch hilft, ist, wenn wir uns um das von anderen kümmern.

Ehrenamtliche Tätigkeiten, anderen Leuten helfen oder Geschenke machen: Das sind alles Dinge, die prinzipiell dazu beitragen glücklich zu sein und auch direkt schon einen Nutzen für viele andere haben. Psychologe Tobias Rahm von der TU Braunschweig

Eine Win-Win-Situation also - Glücksgefühle können wir schließlich alle gerade gut gebrauchen!

Und das Schöne an Glückstraining laut Rahm: "Jedes Mal, wenn ich mein Ziel erreiche - also wenn ich aus eigenem Antrieb dafür gesorgt habe, dass ich ein gutes Gefühl habe, werde ich mit einem guten Gefühl belohnt."

Deswegen sei das Training, im Alltag häufiger glücklich zu sein, wahrscheinlich sogar etwas leichter, als sich schlechte Gewohnheiten abzugewöhnen.

 

Weitere Informationen

Schlecht drauf? Suizidgedanken? Es gibt Auswege!

Ihr seid depressiv und findet keinen Ausweg? Es gibt viele Menschen, die ein offenes Ohr für eure Probleme haben. Hier findet ihr Links und Telefonnummern. mehr

Psychische Belastung durch die Pandemie: Hier gibt es Hilfe

Hand in Hand für Norddeutschland: Die Corona-Krise belastet viele junge Menschen. Bei der "U25-Chatberatung" der Caritas bekommen sie Unterstützung. mehr

Bizarre Träume: Warum wir durch Corona anders träumen

Viele Menschen haben das Gefühl, während der Corona-Pandemie mehr und anders als sonst zu träumen. Das Phänomen kann verschiedene Ursachen haben, erklärt ein Schlaf-Experte. mehr

Corona-Krise: "Wir sollten hygienisch mit unserem Gehirn umgehen"

Seit Monaten hören wir täglich schlechte Nachrichten. Neurowissenschaftlerin Maren Urner erklärt, was das mit unserem Gehirn macht - und wie wir es schaffen, Veränderungen positiver anzugehen und Einschränkungen als Chance zu sehen. mehr

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 26.01.2021 | 12:00 Uhr

N-JOY
#

Lieblingssong? Teilen!
Achtung. Beim Klick auf das Facebook-Icon wird eine Verbindung zu Facebook hergestellt. Dabei werden bereits Daten an Facebook übertragen.
Songtitel posten: Facebook
05:00 - 09:00 Uhr  [Webcam]