Stand: 02.08.2019 16:36 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

So funktionieren Ohrwürmer - und so werdet ihr sie los

"Live is life ... Na Naaa Nana Na" ... Wetten, ihr habt beim Lesen gerade automatisch mitgesungen? Dann seid ihr jetzt höchstwahrscheinlich Ohrwurm-Opfer und solltet diesen Artikel dringend bis zum Ende lesen. Denn: In diesem N-JOY Brainhack erklären wir euch, was genau ein Ohrwurm ist, wie er entsteht und wie ihr ihn am besten wieder loswerdet.

Sie kommen wie aus dem Nichts und können im schlimmsten Fall bis zu drei Wochen im Kopf bleiben: Ohrwürmer. Im Englischen heißt er "sticky song" (klebriges Lied) und Neurologen nennen das Phänomen "involuntary musical imagery", also Musikbilder, die ungewollt entstehen. Experten gehen davon aus, dass auch unsere Vorfahren schon Ohrwürmer erdulden mussten.

Der Ohrwurm kommt, wann er will

Jan Hemming, Direktor des Instituts für Musik an der Universität Kassel, erklärte dem WDR: "Das Auftreten eines Ohrwurms ist unwillkürlich." Es lässt sich also nicht rational beeinflussen. Will heißen: Die fiesen kleinen Dauerschleifen vergraben sich in euren Gehirnwindungen, wenn ihr eine emotionale Verbindung zu dem Song habt - egal ob positiv oder negativ.

 

Der Ohrwurm bevorzugt müde und entspannte Opfer

Wenn ihr müde oder entspannt seid, ist euer Gehirn am empfänglichsten für Ohwürmer. Das hat sogar etwas Gutes: Sie halten euer Hirn wach. Außerdem steigt die Chance für einen Ohrwurm, je häufiger ihr einen Song gehört habt - tendenziell tritt er beim siebten oder achten Hören eines Songs auf.

 

Ohrwürmer haben ein klares Beuteschema

Frauen, professionelle Musiker oder introvertierte Menschen sind beliebte Ohrwurm-Opfer. Das sagt zumindest Ohrwurm-Experte Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin an der Musikhochschule Hannover. Er hat in einem Experiment mit hunderten Menschen herausgefunden: Besonders betroffen sind die Menschen, die beim Musikhören starke Gefühle haben.

 

Die Ohrwurm-Formel

Eine Anleitung für den perfekten Ohrwum gibt es nicht. Aber Musikwissenschaftler haben herausgefunden, welche Songs besonderen Ohrwurm-Charakter haben. Wichtig ist: Der Song muss einfach sein und sollte viele Wiederholungen haben. Umso einfacher ist es für die Melodie oder den Text, sich einzunisten. Auch Überraschungen wie ungewöhnliche Tonsprünge oder rhythmische Stolperer brennen sich ein. Forscher der britischen Durham University haben in einer Umfrage mit 3.000 Personen ein paar der einprägsamsten Ohrwum-Songs ermittelt - darunter "Bad Romance" von Lady Gaga, "Can't Get You Out Of My Head" von Kylie Minogue und "Don't Stop Believing" von Journey.

 

Das Gehirn macht Musik für sich selbst

Ohrwürmer überfallen ihre Zielpersonen meist so plötzlich, dass Betroffene im Nachhinein nicht mal mehr wissen, woher sie ihn haben. Man schnappt sie beim Einkaufen, beim Autofahren oder beim Essen auf. Es reichen wenige Takte oder Zeilen, die sich langfristig einbrennen. Und dann setzt ein spannender Effekt ein: Im Gehirn gibt es ein Gesangszentrum und das akustische Gedächtnis. Fliegt ein Song-Schnipsel ins Ohr, fängt die eine Hirnhälfte an, der anderen etwas vorzusingen. Deren Reaktion regt zum Weitersingen an und so weiter. Das Ergebnis: eine musikalische Dauerschleife im Kopf.

 

Das Unterbewusstsein hasst Unfertiges

Das menschliche Unterbewusstsein neigt dazu, unterbrochene Gedanken oder auch unvollendete Aufgaben beenden zu wollen. Vorher kann es sie nicht als erledigt abhaken. Man nennt das den Zeigarnik-Effekt. Die urplötzliche musikalische Rückkopplung fällt in dieselbe Kategorie. Das Hirn hat den Song nicht zu Ende gesungen und das macht wahnsinnig.

 

Lösungsansätze

Tipps und kluge Ratschläge gibt es en masse. Ein Tipp: Sucht euch einen Gegenohrwurm. Eine andere Empfehlung: Konzentriert euch auf etwas anderes. Aber Vorsicht: Ist die neue Aufgabe zu simpel, driften eure Gedanken ab. Ihr müsst die richtige Balance zwischen zu einfach und zu schwer zu finden - ist die neue Aufgabe nämlich zu kompliziert, driften eure Gedanken ebenfalls ab. Experten empfehlen beispielsweise Sudoku - da kommt ihr zur Ruhe und der Kopf hat zu tun.

 

DIE Lösung

Aber ernsthaft: Wenn es wirklich daran liegt, dass euer Gehirn verzweifelt versucht, den Song zu Ende zu singen, dann liegt die Lösung auf der Hand. Hört das fiese Stück komplett von Anfang bis Ende durch. Dann sollte Ruhe sein.

 

Eine Glühbirne ist mit Kreide auf eine Tafel gemalt. © David-W- / photocase.de

Das Problem mit dem Ohrwurm

N-JOY -

Manche Songs graben sich einfach in unser Gehirn ein. Was dabei in unserem Kopf passiert und wie ihr die Endlosschleife beendet, erfahrt ihr in diesem N-JOY Brainhack.

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 19.06.2017 | 16:20 Uhr

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