Stand: 19.12.2017 13:23 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

Weihnachtsgeschenke: Freude richtig faken

Überraschungsgeschenke sind immer ein Risiko - vor allem, wenn ihr bei Freunden oder Familie vorher keinen Wunschzettel eingereicht habt. Wie schafft ihr es also, euch authentisch über Weihnachtsgeschenke zu freuen, die ihr eigentlich richtig blöd findet? In diesem N-JOY Brainhack bekommt ihr acht Tipps.

Ihr sitzt unterm Weihnachtsbaum, reißt das Geschenkpapier herunter - und dann liegt das zehnte Paar Socken oder ein elektrischer Bleistiftanspitzer auf eurem Schoß. Die Enttäuschung ist groß, aber ihr wollt sie euch nicht anmerken lassen - gerade, wenn sich jemand Mühe gegeben hat, fühlt sich das nicht gut an. Laut einer Umfrage geben 68 Prozent der Deutschen es nicht zu, wenn ihnen ein Geschenk nicht gefällt. Stattdessen heucheln sie Freude. Aber das braucht Übung, sonst ist es nicht glaubhaft. Mit diesen acht Tipps klappt es:

1. Versteckt euer Gesicht beim Auspacken!

So kann man euch die Enttäuschung nicht am Gesicht ablesen. Unsere Mimik und unser Emotionszentrum im Gehirn sind nämlich direkt miteinander verknüpft, sagt der Mimik-Experte Dirk Eilert. Deswegen ist der Gesichtsausdruck auch so schwer zu manipulieren - vor allem in den ersten Sekunden sind Emotionen immer stärker als die Vernunft.

Bei negativen Überraschungen zucken zum Beispiel die Augenbrauen-Innenseiten und die Oberlippe kurz nach oben. Das könnt ihr nicht verhindern. Damit niemand diese unkontrollierten Sekunden im Gesicht bemerkt, verkriecht ihr euch beim Auspacken am besten im Geschenkpapier.


2. Überraschung ist kurzweilig!

Sobald ihr den Kopf wieder aus eurem Horror-Geschenk gezogen habt und eure Mimik unter Kontrolle bekommen habt, folgt Schritt zwei: Überraschung heucheln. Bevor ihr in Freude ausbrecht (siehe Punkt 3), muss der Beschenkende nämlich erst das Gefühl haben, dass ihr von seinem Weihnachtsgeschenk ehrlich überrascht seid.

Dazu ist euer Schauspieltalent gefordert. Der Überraschungs-Gesichtsausdruck sieht so aus: Die Augenbrauen sind hochgezogen und formen zwei runde Bögen. Die Augen sind aufgerissen und die Kinnlade fällt herunter. Achtung: Echte Überraschung dauert maximal eine Sekunde. Also den Ausdruck nicht zu lange halten.


3. Die Augen müssen lügen!

Jetzt kommt der dritte Schritt: Freude zeigen. Menschen lächeln aus drei Gründen, sagt Mimik-Experte Dirk Eilert: Wenn sie sich wirklich freuen, wenn sie einfach nur freundlich sein wollen oder wenn sie gute Miene zum bösen Spiel machen. Das Problem: Beim Freude-Faken lächelt der Mund, die Augen lächeln aber nicht mit.

Wenn wir uns wirklich freuen, dann kontrahiert unser äußerer Augenringmuskel. Mimik-Experte Dirk Eilert

Also: Nur wenn die Augen mitlachen, dadurch kleiner werden und sich Fältchen an den Augenwinkeln bilden, wirkt die Freude echt. Am besten denkt ihr an etwas, das euch glücklich macht.


4. Nicht übertreiben!

Wir neigen dazu, Enttäuschung mit überzogener Freude zu überspielen. Deshalb zügelt euch ein bisschen: Halbgas reicht und dafür lieber länger freuen - das ist glaubhafter. Wahre Freude ebbt nämlich nicht so schnell wieder ab.


5. Strengt euch an!

Bei echter Freude spannen sich zahlreiche Muskeln im Körper an. Kinder zittern manchmal sogar am ganzen Körper, wenn sie etwas auspacken, das sie sich aus tiefstem Herzen gewünscht haben. Das muss bei Erwachsenen zwar nicht mehr sein - aber kurz aufzuspringen oder die Arme an den Oberkörper zu pressen, wirkt auch schon freudig erregt.


6. Richtig bedanken!

Der liebevollste Weg ist natürlich immer eine Umarmung. Wichtig dabei: Berührt den anderen dabei mit beiden Handflächen und nicht nur mit den Fingerspitzen - denn Berührungen mit der Handfläche zeigen, dass man jemanden wirklich mag.


7. Interesse zeigen!

Dinge, die wir toll finden, wollen wir wortwörtlich begreifen. Fasst euer Geschenk also mit der ganzen Hand an und betrachtet es von allen Seiten, statt es schnell wieder wegzulegen. Auch Fragen können euch helfen, ehrlich begeistert und interessiert zu wirken. Zum Beispiel: "Das sind ja tolle Socken. Wie hast du dieses Muster hinbekommen?"


8. Nicht das Geschenk ist das Geschenk!

Auch wenn ihr keinen elektrischen Bleistiftanspitzer braucht und kratzige Wollpullis ätzend findet, rät Dirk Eilert dazu, sich bewusst zu machen, dass der andere das Geschenk mit Zeit und Geduld ausgesucht hat. Und das ist doch Geschenk genug - selbst wenn das Geschenk nicht eurem Geschmack entspricht. Oder?

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 19.12.2017 | 16:20 Uhr

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