Stand: 04.06.2018 12:56 Uhr

So produziert ihr im Alltag weniger Plastikmüll

Jeder von uns produziert jährlich im Schnitt 37 Kilo Verpackungsmüll. Dabei ist es gar nicht so schwer, umweltbewusst zu leben. Mit diesen kleinen Tricks klappt es.

Weltweit kommen pro Jahr etwa 78 Millionen Tonnen Plastikverpackungen zusammen, von denen 32 Prozent - also knapp 25 Millionen Tonnen - unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Und wer ist dafür verantwortlich? Wir! Ob durch Plastikverpackungen oder Produkte, die voller Plastikpartikel sind - wir sorgen dafür, dass Land und Meer zur Müllgrube werden.

Verzichtet beim Einkaufen auf Plastiktüten

Voller Einkaufswagen, keine Tragetasche. Da sehen wir oft keine andere Möglichkeit, als an der Kasse eine Plastiktüte zu kaufen. Laut dem Umweltbundesamt verbraucht jeder Deutsche pro Jahr 76 Plastiktüten. Das entspricht einem bundesweiten Aufkommen von 6,3 Milliarden Plastiktüten pro Jahr.

Das Problem: Plastiktüten werden nur teilweise recycelt oder weiterverarbeitet. Ungefähr 90 Prozent der Plastiktüten, die weltweit verwendet werden, verweilen 100 bis 500 Jahre auf Mülldeponien, bevor sie vollständig zerfallen. Wie wäre es also, wenn wir nächstes Mal versuchen, an den Stoffbeutel zu denken, um auf die nächste Plastiktüte zu verzichten?


Kauft unverpackte Lebensmittel in Unverpackt-Läden

Mal ehrlich: Was bringt es, wenn jeder Apfel einzeln in Plastik eingepackt ist? Eine aktuelle Umfrage zeigt: 61 Prozent der Befragten finden eine möglichst sparsame Verpackung beim Lebensmittelkauf wichtig.

Besserung ist in Sicht: Einige Discounter wollen in Zukunft mehr loses Obst und Gemüse anbieten. Außerdem gibt es inzwischen überall in Deutschland verpackungsfreie Supermärkte. Ob Reis, Kaffee, Waschpulver oder Öl - in diesen Läden könnt ihr nahezu alles in mitgebrachte (oder geliehene) Behälter abfüllen und somit komplett ohne Verpackungsmüll einkaufen. Hier findet ihr eine Liste aller Zero-Waste-Shops in Deutschland (Stand: Januar 2018).


Vermeidet Kunstfasern in Klamotten

Fünf Kleidungsstücke aus Discount-Geschäften oder ein qualitativ hochwertiges Teil? Bei den meisten von uns fällt die Wahl wahrscheinlich auf die erste Variante. Dabei kann es sich lohnen, auf die Qualität zu achten: Eine Studie zeigt, dass sich bei jeder Wäsche Hunderttausende winzige Fasern lösen und Kleidung dadurch maßgeblich zur Verschmutzung der Meere beiträgt. Auch in diesem Fall liegt es in unserer Hand, etwas für die Umwelt zu tun. Was ihr tun könnt? Achtet auf natürliche Stoffe und checkt beim Klamottenkauf, wie viele künstliche Fasern (Polyester) in den Klamotten stecken.


Benutzt keine herkömmlichen Peelings und Duschgel

Ihr denkt, Plastikmüll ist nicht zu übersehen? Falsch! In den Ozeanen schwimmt tonnenweise Mikroplastik, das sich zum Beispiel in Kosmetikprodukten versteckt. Die Plastikteilchen sind kleiner als 5 Millimeter - das macht sie allerdings nicht weniger schädlich für die Umwelt.

Trotz vieler Versprechungen von Seiten der Hersteller ist in vielen Artikeln immer noch Mikroplastik enthalten. Über die Abwasserkanäle gelangen diese täglich in die Ozeane. Um auch in der täglichen Beauty- und Körperpflege auf Plastik zu verzichten, lautet unser Tipp: Orientiert euch am "Bio"- und am "V"-Label ("V" steht für "vegetarisch" bzw. "vegan"). Und: Schaut beim Kauf der Artikel zwei Mal hin, denn viele umweltschädliche Inhaltsstoffe verbergen sich hinter komplizierten Fachbegriffen und Abkürzungen wie PE, PP oder PET.

Hilfe gefragt? Mit der kostenlosen App "Beat the Microbead" könnt ihr durch das einfache Scannen des Barcodes herausfinden, ob in Produkten Mikroplastik enthalten ist. Alternativ könnt ihr Peelings auch selbst herstellen.


Schaut genau hin: Glitzer ist nicht gleich Glitzer

Glitzer ist nach wie vor total angesagt: Dekorationen, Glückwunschkarten, Kleidung, Schminke - überall glitzert es. Das Problem: Glitzer enthält Plastik. Alle Glitzerbegeisterten können jedoch aufatmen: Natürlich gibt es auch hier schon eine "Bio-Glitzer"-Variante. Wenn euch die zu teuer ist, denkt darüber nach, ob es unbedingt glitzern muss. Weniger ist manchmal auch mehr.


Benutzt Mehrwegbecher

Der morgendliche Kaffee, der Shake nach dem Sport oder das schnelle Mittagessen - wir können nahezu alles in Plastikverpackungen mitnehmen. Satte 6.560.000.000 Coffee-to-go Becher verbrauchen wir Deutschen jährlich. Unser Vorschlag: Kauft euch einen Thermobecher oder Mehrwegbehälter für euer Essen. Mittlerweile gibt es supercoole und lustige Designs und Farben. Die Becher lassen sich einfach auswaschen und wiederverwenden. Auch hier gibt es plastikfreie Alternativen, etwa aus Bambus.

Wenn es doch mal ein Becher sein muss, verzichtet doch einfach mal auf den Plastikdeckel. Nicht nur To-Go-Kaffeebecher gehören zu einer täglichen Umweltsünde, auch das schnelle Mittagessen zum Mitnehmen. Wie wäre es damit: In der nächsten Mittagspause setzt du dich mit deinen Kollegen ins Restaurant und sparst dir somit die Verpackung - oder du präsentierst deinem Lieblingsrestaurant beim nächsten Mal einfach deine Tupperdose.

Zahnbürste aus Bambus

Jeder, der sich täglich die Zähne putzt, ist Schadstoffen ausgesetzt. Denn in jeder Zahnbürste steckt Plastik. Das kann superleicht vermieden werden in Form von Bambuszahnbürsten. Auf diesem Wege verzichtet ihr auf Plastik und unterstützt die Umwelt. Bambuszahnbürsten beinhalten nur natürliche Stoffe und sind zusätzlich tierfreundliche Produkte. Und das Beste? Sie sind noch nicht mal teuer, hochwertig und on top vegan. Wenn es trotzdem unbedingt Plastik sein muss, probiert es doch mal eine Zahnbürste mit Wechselkopf.

Menstruationstasse statt Tampons

Liebe Frauen, innerhalb von 20 Jahren geben wir im Schnitt satte 1920 Euro allein für Tampons aus. Tampons und Binden sind häufig doppelt und dreifach verpackt, oftmals in Plastik. Auch hier ist vor einiger Zeit eine neue umweltfreundliche Alternative entstanden – die Menstruationstasse.

Die Menstruationstasse wird einmalig gekauft und nach Nutzung entleert, gesäubert und wiederverwendet. Bis zu 15 Jahre kann diese bei richtiger Anwendung verwendet werden. Die Anwendung mag anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber denkt immer dran, dass ihr mit Hilfe der neuen Tasse nicht nur eine Menge Geld sparen könnt, sondern auch die Umwelt unterstützen könnt.

Meidet Weichspüler 

Mit einem weichen Handtuch abtrocknen, in den weichen Pullover schlüpfen - ist das nicht schön? Mag sein, dennoch gehört der Weichspüler zu einem der Umweltkiller schlechthin. Pro Wäsche gelangen über 700.000 Fasern ins Wasser und somit in die Umwelt. Eine Studie zeigt, dass Kunstfaser-Kleidung zum Ursprung von Mikroplastik zählt. Durch das Zufügen von Weichspüler wäre es tendenziell möglich, dass es zu einer hören Anzahl von gelösten Fasern führt. Unser Geheimtipp: Ein Schuss Essig oder Zitrone können dieselbe Wirkung wie Weichspüler haben.

Fazit

Ein umweltbewusster Lebensstil beginnt schon im Alltag und jeder kann seinen Beitrag leisten. Trotz großer Investitionen in das Thema Recycling bleibt Plastik ein Material, das nur schwer abbaubar ist. Forscher aus den USA und Großbritannien haben durch Zufall ein zerstörendes Enzym entwickelt, das dabei helfen könnte. Vielleicht gibt es dank der Forschung daher Chancen für den endgültigen Verfall von Plastik. Bis es so weit ist, sollten wir aber alle höchstpersönlich dazu beitragen, das Problem zu lösen.

 

Weitere Informationen

Leben ohne Plastik - ein Selbstversuch

Ein Leben ohne Plastik probiert Markt Autor Uwe Leiterer im Selbstversuch aus. Gelingt der Verzicht auf Verpackungsmüll? Und wie wirkt er sich auf die Gesundheit aus? mehr

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 04.06.2018 | 15:00 Uhr

N-JOY
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