Stand: 27.07.2020 12:03 Uhr

Setzen, Sechs: An diesen Rätseln scheitert das Netz

Immer wieder sorgen Mathe-Aufgaben und Logik-Rätsel, die auf den ersten Blick ein Kinderspiel sind, im Netz für Aufsehen. Ein kleines Best-of - hättet ihr die Lösung gewusst?

"Dieses Rätsel macht alle verrückt", "Diese Mathe-Aufgabe spaltet das Netz", "Diese Gleichung geht viral" - Überschriften wie diese lesen wir immer wieder. Auslöser sind meist scheinbar einfache Aufgaben oder Rätsel, bei denen der Teufel im Detail steckt. Dass viele der Rätsel als "Aufgabe für Fünftklässler" betitelt werden, triggert dabei nochmal zusätzlich.

Wisst ihr es oder verzweifelt ihr auch an diesen sechs viralen Rätseln? Testet euch selbst!

"Punkt vor Strich" - versteh' ich nicht ...

Na, wie sieht es bei dieser Aufgabe aus - rechnet ihr noch oder verzweifelt ihr schon? Entscheidend ist hier natürlich die Regel "Punkt vor Strich". Wer vergessen hat, wie durch einen Bruch geteilt wird, ist trotzdem aufgeschmissen.

Der Lösungsweg: Um durch einen Bruch zu teilen, müsst ihr die erste Zahl mit dem Kehrwert der zweiten Zahl multiplizieren - der obere Zähler und der untere Nenner werden dabei vertauscht. Aus 6:1/6 wird also 6 x 6/1. Das ergibt 36/1 und damit 36.

Jetzt müssen wir dieses Ergebnis nur noch in die Gleichung einsetzen: 66-36-6-6-6-6 = ? Die korrekte Lösung lautet also: 6.

 

Seht ihr den Wald vor lauter Einsen nicht?

... dabei sind auch hier wieder die Rechenzeichen entscheidend. Eines der Zeichen sorgt nämlich dafür, dass die 0 in dieser Gleichung eine große Bedeutung bekommt.

Lösen wir - Punkt vor Strich, ihr wisst schon - erst die Multiplikation 1x0, ergibt diese 0. Also heißt es: 1+1+1+1+11+1+1+1+11+0+1 = ? Die korrekte Lösung lautet also: 30.

Der Zug ist abgefahren ...

Eigentlich ganz einfach, oder? Es sind zwei Menschen mehr ausgestiegen als eingestiegen. Demnach müssten am Anfang 65 Menschen - also zwei mehr als die 63 am Ende - im Zug gesessen haben. Oder doch nicht?

Ganz so einfach ist es laut dem Lösungsheft des Lehrers nicht - der Teufel steckt in der Detailformulierung "von Anfang an". Die Frage zielt nämlich darauf ab, wie viele der ursprünglichen Fahrgäste sich jetzt noch im Zug befinden. Deswegen müssen wir die 17 an der ersten Station zugestiegenen Fahrgäste wieder von den 63 Passagieren abziehen. So kommen wir auf 46 Menschen, die seit Beginn der Fahrt im Zug sitzen. Ob Grundschüler das verstehen, wenn selbst wir überfordert sind ...?

 

Wenn selbst Mathematiker sich nicht einig sind ...

Okay, das ist ein harter Brocken, denn über diese Aufgabe streiten nicht nur Hobby-Mathematiker, sondern auch Professoren. Die einen sagen, dass das Ergebnis 1 ist, die anderen, dass es 16 ist.

Beide Teams rechnen natürlich zunächst die Summe in der Klammer aus: 2 + 2 = 4.

Team "1" löst die Klammer dann erst mal auf: 2 x 4 = 8. Und 8 : 8 ergibt ja bekanntlich 1.

Team "16" hingegen löst die Gleichung nach dem Ausrechnen der Klammer von links nach rechts: 8 : 2 x 4 = 16.

Und welches Ergebnis stimmt jetzt? Darüber sind sich die an der Diskussion beteiligten Mathematiker bis heute nicht einig. Hannah Fry, Mathematik-Professorin am University College London, sagte in der "Daily Mail", beide Lösungen seien richtig. Ein anderer Experte sprach sich in der "New York Times" für die "16" aus - Division und Multiplikation hätten die gleiche Priorität, weshalb wir die Gleichung von links nach rechts lösen sollten.

 

Mist, Geburtstag vergessen - ääh, nicht rausgefunden ...

... oder etwa doch? Was meint ihr: Wann hat Cheryl Geburtstag? Klar ist: Durch das wirre Gespräch haben Albert und Bernard sich gegenseitig Tipps gegeben, sodass am Ende beide wissen, wann Cheryl Geburtstag hat. Ihre Gedankengänge nachzuvollziehen und dabei selbst auf die Lösung zu kommen, erfordert allerdings einiges an Hirnschmalz!

Der Lösungsweg: Führen wir uns das Ganze noch mal vor Augen: Albert kennt nur den Monat - also Mai, Juni, Juli oder August. Bernard kennt nur den Tag, also 14., 15., 16., 17., 18. oder 19.

Mai151619
Juni1718
Juli1416
August141517

Nun zerlegen wir das Gespräch in seine Einzelteile und bedenken dabei immer, welche Tipps sich die beiden gegenseitig geben und was wir für uns daraus ziehen können.

Albert: "Ich weiß nicht, wann Cheryls Geburtstag ist. Aber ich weiß, dass es Bernard auch nicht weiß."

Entscheidend ist der zweite Satz - denn: Albert ist sich ganz sicher, dass Bernard - der ja die Zahl vor dem Monat kennt - nicht weiß, wann Cheryl Geburtstag hat. Damit gibt uns Albert - der den richtigen Monat kennt - den Hinweis, dass der Geburtstag weder im Mai noch im Juni sein kann. Denn in diesen Monaten gibt es jeweils eine Zahl, die nur einmal vorkommt: Die 19 (19. Mai) und die 18 (18. Juni). Wäre der Geburtstag also im Mai oder Juni, könnte Albert nicht sicher sein, dass Bernard das richtige Datum nicht kennt. Der Geburtstag muss also im Juli oder August liegen - denn dort gibt es jeweils mehrere mögliche Zahlen.

Bernard: "Anfangs wusste ich auch nicht, wann Cheryl Geburtstag hat. Aber jetzt weiß ich es."

Zur Wahl stehen also noch: Der 14. und 16. Juli sowie der 14., 15. und 17. August. Dass Bernard nun nach dem Ausschluss der Monate Mai und Juni weiß, wann Cheryls Geburtstag ist, zeigt uns, dass es nicht der 14. Juli oder der 14. August sein kann - denn die 14 ist die einzige Zahl, die mehrfach vorkommt. Bernard kennt ja die richtige Zahl und kann sie per Ausschlussverfahren nun anscheinend einem Monat zuordnen.

Albert: "Jetzt kenne ich den Geburtstag auch."

Zur Wahl stehen für Albert also noch: der 16. Juli sowie der 15. und 17. August. Albert kannte schon immer den Monat von Cheryls Geburtstag. Wäre es der August, gäbe es für Albert zwei mögliche Daten. Wenn er jetzt sagt, dass er nach Bernards Aussage die richtige Antwort kennt, kann es nur der Juli sein.

Also - die Lösung: Cheryl hat am 16. Juli Geburtstag!

 

Da haben wir den Buchstabensalat!

Na, zerbrecht ihr euch seit mehreren Minuten den Kopf, welches Wort mal drei, mal acht und mal sieben Buchstaben hat?

Die Lösung ist ganz einfach: Die meisten machen den Fehler, sich dieses Rätsel selbst als Frage vorzulesen. Dabei ist es gar keine Frage - hinter das Rätsel gehört ein Punkt (den wir fieserweise nicht gesetzt haben, um es euch nicht zu leicht zu machen). Der Satz sagt also ganz simpel aus: Das Wort "was" hat drei Buchstaben, das Wort "manchmal" hat acht Buchstaben und das Wort "niemals" hat sieben Buchstaben.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 11.04.2017 | 15:00 Uhr

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05:00 - 09:00 Uhr  [Webcam]