Stand: 12.09.2017 22:56 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

iPhone X: Das Smartphone ohne Home-Knopf

Es ist das zehnte Jahr des iPhones: Pünktlich zur Vorstellung hat Apple sein neues Hauptquartier fertig und präsentiert gleich drei iPhones in Erinnerung an den Erfinder Steve Jobs im Steve-Jobs-Theater und lüftet damit das Geheimnis um die Jubiläumssmartphones.

Die Keynote ist ruhig. Nach einer Stunde zeigt Apple zwei iPhones: das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus. Doch die Präsentation ist unaufgeregt. Die beiden neuen Smartphones sind das Vorgeplänkel zu etwas Größerem. Das zeigt sich an den schnell runtergeratterten Datenblättern.

Unaufgeregte Vorstellung: iPhone 8 und iPhone 8 Plus

Die beiden iPhone-8-Versionen gibt es ab 799 beziehungsweise 909 Euro. Apple hat seinen neuen leistungsfähigeren Chip, den A11 Bionic-Chip, eingebaut und erklärt, die Lautsprecher wären um ein Viertel lauter als die des iPhone 7. Die Kamera des kleineren iPhone 8 bietet auf der Rückseite 12 Megapixel, das iPhone 8 Plus hat zwei Kameras - wie auch das iPhone 7 Plus - und schießt Bilder mit 12 Megapixeln. Die Rückseite ist aus Glas und ermöglicht kabelloses Laden. Einen Standard, den Samsung bereits 2016 in seine Smartphones integriert hat.

Einen Überblick über die Funktionen der drei neuen Smartphones gibt es in der Tabelle unten.

Das Highlight in diesem Jahr: iPhone X

Dann steigt die Spannung. Tim Cook, der Apple-Chef verspricht ein neues Smartphone, das die Zukunft verändert. Er präsentiert: das iPhone X. Ab 1.149 Euro ist das Gerät zu haben, wer es vorbestellen möchte, muss noch bis zum 27. Oktober warten, geliefert wird es dann ab dem 3. November. Doch Cook verspricht sich viel von dem fast randlosen Smartphone, dem auch der Homebutton fehlt. Aber von vorne.

Das Display: Mehr Kontrast

Das Display ist 5,8 Zoll groß und bedeckt die gesamte Front des Smartphones. Oben gibt es eine kleine Aussparung für die Selfie-Cam und den Lautsprecher. Das neueste an dem Display außer seiner Größe: Apple verwendet wie bereits vor ihnen Samsung, Motorola und LG ein OLED-Display. Die neue Technologie nennen sie "Super Retina HDR". Der Vorteil an OLED-Bildschirmen: Der Kontrast ist größer, das Schwarz dunkler.

Ein lachendes Kack-Emoji als Highlight

Apple-Keynote: Nettes zum Spielen

Spielen bedeutet Apple viel. Deswegen gibt es gleich zwei neue spielerische Funktionen. Die erste: Mit der neuen Version des Betriebssystems, iOS 11, das ab dem 19. September zu den Nutzer kommen soll, will Apple den Sprung in de Welt der Augmented Reality (erweiterten Realität) schaffen. Sobald Apple die neuen Funktionen und das neue Betriebssystem zum Download anbietet, werden aus den iPhones und iPads, die wohl größte Augmented-Reality-Plattform der Welt. Sagt zumindest der Konzern.
Zweite große Neuerung: Die Nutzer bekommen Animojis. Bewegte Emojis, die sich verhalten wie der Besitzer. So kann jeder zu einem Einhorn, einem Alien oder einem Kackhaufen-Emoji werden, der lacht, schmollt oder traurig ist. Die Emojis speichern auch Sprachnachrichten und spielen sie ab. Eine nette Funktion, die Apple Messenger-App künftig unterstützt.

Sicherheit: Gesichtserkennung statt Fingerabdruck

Weil das iPhone X - gesprochen "ten" für "zehn" - vorne nur noch aus Bildschirm besteht, musste Apple den Homebutton verbannen. Die Folge: Einen Fingerabdrucksensor gibt es nicht mehr. Er weicht der Face ID. Das bedeutet, dass die Selfie-Cam des iPhones das Gesicht seines Nutzers erkennt und sich entsperren lässt. Apple verspricht, dass das auch nachts funktionieren soll und auch, wenn der Besitzer eine Brille trägt oder eine neue Frisur hat. "Das iPhone lernt euer Gesicht kennen", schwärmen die Macher. Guckt der Besitzer nicht in die Kamera, bleibt das Gerät gesperrt, heißt es.

Die Face ID soll, das entgegnet Apple den Kritikern bereits während der Präsentation, nicht auf Servern gespeichert werden, sondern nur auf dem Gerät. Auch ist Apple nicht der erste Hersteller, der das Entsperren eines Geräts mit Hilfe seines Gesichts ermöglicht. Auch Samsung bietet diese Funktion bereits in seinen Flaggschiffen an.

Der Homebutton ist weg - wie funktioniert das?

Der Homebutton ist das Herzstück eines iPhones. Mit ihm navigieren die Nutzer durch Apps, aktivieren die Sprachassistentin Siri und kehren mit einem Knopfdruck zurück auf den Homescreen. Dem iPhone X fehlt dieser eine Knopf, der bislang Apples Markenzeichen war. Kleine Entwarnung für Siri-Nutzer: Die Sprachassistentin lässt sich mit einem Druck auf den Power-Knopf aktivieren. Um zum Homescreen zu gelangen, müssen die Nutzer beim iPhone X künftig mit dem Finger vom unteren Bildschirmrand nach oben wischen. Wer die App wechseln möchte, der macht die gleiche Geste, bleibt mit dem Finger aber nach dem nach-oben-wischen kurz auf dem Display und landet in der Übersicht der aktiven Apps. Es ist die wohl innovativste Neuerung, die Apple an diesem Abend vorgestellt hat.

Die Kamera: Sie soll Gesichter besser ausleuchten

Apple setzt die beiden Kameras auf der Rückseite des iPhone X nun übereinander statt wie bisher nebeneinander. Die große Neuerung ist aber ein Porträt-Modus, der es dem Fotograf erlaubt, während er das Foto macht, das Gesicht besser auszuleuchten, es heller oder dunkler zu machen. Diese Funktion unterstützen beim iPhone X die Kamera auf der Vorder- und die auf der Rückseite. Bei den iPhone-8-Modellen geht das nur mit der Kamera auf der Rückseite.

Der Akku: Etwas größer, aber er lädt kabellos

Zwei Stunden soll der Akku des iPhone X länger halten als der des iPhone 7. Ein eher ernüchterndes Ergebnis. Dafür hat Apple einen anderen Kampf aufgegeben: Alle drei neuen Geräte unterstützen kabelloses Laden. Das Beeindruckende: Apple hat keinen eigenen neuen Standard erfunden, sondern verwendet den gleichen "Qi"-Standard, der auch in Telefonen anderer Hersteller verwendet wird.

Der Preis: Übertrieben hoch

Das iPhone X ist wohl das teuerste Smartphone, das Apple bisher vorgestellt hat. Der Startpreis liegt bei 1.149 Euro - so hoch lag der Startpreis eines iPhones bisher noch nie.

Fazit: Solide statt innovativ

Kabelloses Laden gibt es seit Jahren, ein Smartphone mit nahezu randlosem Display stellte Samsung bereits im Frühling 2017 vor und auch die neue Display-Technologie von Apple baut auf einer Technik auf, die andere Hersteller längst verwenden. Die größte Neuerung ist die komplette Abkehr vom Homebutton, der durch Gesten auf dem Bildschirm ersetzt wird. Zusammengefasst: Apple hat schöne und wohl auch leistungsfähige Geräte gezeigt. Aber dafür einen Startpreis von 1.149 Euro aufrufen? Ob das Smartphone diesen Preis rechtfertigt, werden erst die Tests zeigen.

iPhone X, iPhone 8 und iPhone 8 Plus: Drei Modell im Vergleich
iPhone XiPhone 8iPhone 8 Plus
Preisab 1.149 Euroab 799 Euroab 909 Euro
DisplaySuper Retina HD mit OLEDRetina HDRetina HD
Kamera (Rückseite)2 vertikale Kameraseine Kamerazwei horizontale Kameras
Gesichtserkennungjaneinnein
Fingerabdruckneinjaja
Homebuttonneinjaja
Animierte Emojisjaneinnein
Speicherplatz64 & 256 GB64 & 256 GB64 & 256 GB
WasserdichtSpritzwasserSpritzwasserSpritzwasser
Verkaufsstart3. November22. September22. September

Apple Watch, Apple TV, AirPower: Was gibt es noch?

Die Apple Watch bekommt einen Nachfolger. Die größte Neuerung: in die Uhr ist eine eSim eingebaut, die auch LTE, Bluetooth und WLAN unterstützt. So muss die Uhr nicht zwingend mit einem Smartphone gekoppelt sein. Diese neuste Generation bietet Apple ab 449 Euro an und soll ab 22. September in den Läden liegen. Ohne LTE-Funktionalität kostet die neueste Version der Apple Watch 369 Euro. Außerdem gibt es eine neuen Apple TV 4K, der wie der Name schon verrät Filme und Serien in besserer 4K HDR-Qualität auf den Fernseher streamt. Und ein Produkt kündigt Apple nur an: eine Ladestation für kabelloses Laden, die AirPower heißt, soll kommendes Jahr vorgestellt werden.

 

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