Stand: 16.03.2020 15:16 Uhr

Coronavirus: Achtung, diese News sind Fake!

Derzeit kursieren zum Coronavirus zahlreiche Falschmeldungen. Welche das sind, wie ihr bei einer solchen Nachricht reagieren solltet und wo ihr euch am besten über die aktuelle Lage informiert.

Viele Menschen sind angesichts der aktuellen Lage verunsichert. Hinzu kommt, dass die Nachrichtenlage unübersichtlich ist - im Minutentakt kommen Eilmeldungen zum Coronavirus rein, zusätzlich tauschen wir mit Familie und Freunden Informationen über das aktuelle Geschehen aus.

Gerade über WhatsApp, Facebook und Co. entstehen dabei Gerüchte aus unklaren oder unseriösen Quellen. Diese verbreiten sich kettenbriefartig weiter, obwohl sie nicht stimmen. Das ist gefährlich!

Fake: Corona-Selbstdiagnose

So kursiert zum Beispiel bei WhatsApp und in Facebook-Kommentarspalten ein Kettenbrief, in dem es heißt, dass wir uns angeblich selbst auf Covid-19 testen können - indem wir die Luft anhalten und schauen, ob wir dabei husten müssen. Ein gefährlicher Tipp.

Richtig ist: Labortests sind gerade die einzige Möglichkeit, zuverlässig auf das Coronavirus zu testen! Hier findet ihr den Wortlaut des Textes, den ihr auf keinen Fall weiterverbreiten solltet.


Fake: Geänderte Öffnungszeiten von Supermärkten

Ein Screenshot im Netz suggeriert, der "Focus" hätte darüber berichtet, dass mehrere Supermarktketten ihre Öffnungszeiten verkürzen. Angeblich hätten sich Lidl, Netto, Aldi, Kaufland, Edeka, Penny und Real abgesprochen und würden jetzt nur noch Montags und Freitags für jeweils einige Stunden öffnen. Das ist falsch!

Die Experten von "Mimikama", die auf Falschmeldungen im Netz spezialisiert sind, vermuten, dass jemand einen "Focus"-Artikel zu Hamsterkäufen über den Quellcode auf seinem Bildschirm verändert und den geänderten Artikel dann abfotografiert oder einen Screenshot gemacht hat.

Auch eine Meldung, laut der Kaufland angeblich alle Filialen in Deutschland schließt, hat der Konzern selbst auf Facebook bereits dementiert: "Bundesweit haben und bleiben alle Kaufland-Filialen regulär geöffnet", stellt Kaufland klar. Darüber hinaus klärt der "Faktenfinder" der Tagesschau auf: Auch eine WhatsApp-Nachricht, in der es heißt, Supermärkte hätten nur noch zwei Stunden am Tag geöffnet, verbreitet Lügen.


Fake: Arbeitsverbot in Deutschland

In einer WhatsApp-Nachricht, die "Mimikama" vorliegt, ist die Rede von einem Arbeitsverbot in Deutschland: "Arbeitsverbot ab dem 16.03. - 21.03. wegen Corona in allen Unternehmen in ganz Deutschland", heißt es in der Message, darunter ein Link.

Der Link führt allerdings in das soziale Netzwerk Reddit - und zu einem Bild von einem Affen, der den Mittelfinger zeigt. Also: ein übler Scherz.


Fake: Zusammenhang zwischen Ibuprofen und Coronavirus-Infekt

Außerdem kursiert eine WhatsApp-Sprachnachricht von der "Mama von Poldi", wie sie sich selbst vorstellt. Darin berichtet eine Frau, dass die Uniklinik in Wien angeblich einen Zusammenhang von schweren Krankheitsverläufen in Italien und der Einnahme von Ibuprofen festgestellt hat.

Was dramatisch klingt, ist ein gefährlicher Fake, der in keinerlei Zusammenhang mit der Medizinischen Universität Wien steht - wie das Klinikum selbst auch auf seiner Homepage und über Facebook bekanntgegeben hat. Mehr zu dieser Falschmeldung findet ihr hier.


Nicht bestätigt: Cristiano Ronaldos Hotel-Krankenhäuser

Es klingt wie eine große Geste: Im Netz entstand das Gerücht, dass Fußball-Star Cristiano Ronaldo seine beiden Hotels in Funchal und Lissabon (Portugal) als provisorische Krankenhäuser zur Verfügung stellen will. Der Aufenthalt sei für Patienten kostenlos, Ronaldo würde alle Kosten für Personal und Co. übernehmen. Auch hierbei handelt es sich um eine Falschmeldung!

Eine der Seiten, die diese Meldung ohne eine offizielle Bestätigung veröffentlicht hat, hat sich bereits entschuldigt. Auch in einem aktuellen Statement von Cristiano Ronaldo zur Coronavirus-Krise auf Instagram ist von einer solchen Aktion keine Rede.


Wichtig: Verbreitet Kettenbriefe und Falschmeldungen nicht weiter!

Wenn ihr Meldungen aus nicht-offiziellen Quellen oder von nicht-seriösen Webseiten seht oder zugeschickt bekommt: Verbreitet sie auf keinen Fall weiter und warnt die Freunde, die euch die Falschmeldungen geschickt haben! Nur so kann der Kreislauf unterbrochen werden.

Folgende Fragen können euch weiterhelfen, um Fakes zu erkennen:

  • Ist der Ursprung der Nachricht bekannt? Handelt es sich um eine seriöse Quelle?
  • Findet ihr zu der Meldung im Netz keinen seriösen Artikel? Dann solltet ihr skeptisch sein!
  • Handelt es sich um einen Screenshot? Diese sind leicht zu fälschen!
  • Schürt die Meldung Panik, statt einen Sachverhalt objektiv zu erklären? Dann solltet ihr skeptisch sein!
  • Steckt der Text voller Rechtschreib- oder Grammatikfehler? Dann solltet ihr skeptisch sein!
  • Wird darum gebeten, es "weiterzusagen" oder es "an alle Freunde und die Familie weiterzuschicken"? Dann solltet ihr skeptisch sein!
  • Haben Seiten wie der "Faktenfinder" der Tagesschau oder "Mimikama" schon über die Fakes berichtet?

Coronavirus: Diese Quellen sind vertrauenswürdig

Offizielle Stellen, die über die Lage rund um das Coronavirus informieren, sind zum Beispiel das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Bundesregierung. Über spezielle Maßnahmen in eurem Bundesland könnt ihr euch auch über die Seiten der Landesregierungen informieren.

Um die Berichterstattung in den Medien zu verfolgen, haltet ihr euch am besten an öffentlich-rechtliche Sender, die Tagesschau sowie an die bekannten Tageszeitungen.

Außerdem legen wir euch besonders den täglichen Podcast "Coronavirus-Update mit Christian Drosten" ans Herz. Darin erklärt der Leiter der Virologie an der Berliner Charité aktuelle Entwicklungen und Zusammenhänge. Den Podcast findet ihr auf YouTube, in eurer Podcast-App oder direkt hier:

Direkt zum Podcast von NDR Info

Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten

NDR Info

Der Virologe Prof. Christian Drosten hat Sars-CoV-2 so gut erforscht wie kaum ein anderer. Alle Welt fragt jetzt nach seinem Rat - uns gibt er regelmäßig Antwort. mehr

 

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | N-JOY Weekend | 15.03.2020 | 14:00 Uhr

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