Stand: 27.03.2020 17:35 Uhr

Coronavirus-Apps: So erkennt ihr betrügerische Absichten

Kriminelle versuchen, aus dem neuartigen Coronavirus Profit zu schlagen: Eine Verschlüsselungs-App, in der Nutzer erpresst werden, hat es bereits auf einige Smartphones geschafft. So schützt ihr euch.

Das neuartige Coronavirus wirft viele Fragen auf. Wissenschaftler arbeiten daran, diese Fragen zu beantworten. Doch das dauert. In der Zwischenzeit nutzen Kriminelle den Wissensdurst der Menschen aus. Das Bundeskriminalamt warnt vor Phishingmails und vor gefälschten Weltkarten, die angeblich die Zahl der Infizierten anzeigen sollen, in Wahrheit aber das Ziel verfolgen, Viren auf dem Rechner zu installieren. Auch der gemeinnützige Verein "Deutschland sicher im Netz" warnt jetzt vor Betrugsversuchen und mahnt zur Vorsicht.

Angreifer nutzen aktuelle Ängste und Verunsicherung bei Verbrauchern aus. Michael Littger, Geschäftsführer "Deutschland sicher im Netz"

Doch Betrugsversuche können uns nicht nur im Web-Browser, sondern auch in Form von Apps treffen: Die Zeitschrift "Futurezone" berichtet von einer App, die verspricht, die Zahl der Infizierten in Echtzeit anzuzeigen - doch dahinter verbirgt sich ein Trojaner. Wer die App installiert und ihr erlaubt, auf den Sperrbildschirm zuzugreifen, wird erpresst: Die App verschlüsselt das Smartphone und fordert Geld. "Gerade für besorgte Nutzer gilt: Augen auf bei angeblichen Schnäppchen und Hilfestellungen im Internet", warnt Littger.

So schützt ihr euch vor betrügerischen Apps:

Apps nur aus offiziellen Stores installieren

Google und Apple versuchen, die offiziellen App-Stores frei von betrügerischen Apps zu halten. Google verweist beispielsweise bei Suchanfragen zu Corona-Apps auf die Informationsseiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dennoch passieren ab und an Fehler, auch im PlayStore landen immer wieder Apps, die Schadsoftware verbreiten. Deswegen gilt auch hier: Seid skeptisch.


Checkt die Bewertungen der Apps

Haben bereits Hunderte Menschen die App bewertet und sie für gut befunden? Ein gutes Zeichen. Ist die App erst vor wenigen Tagen im Store veröffentlicht worden, kommt von einem unbekannten Entwickler und hat wenige, vor allem gute Bewertungen? Ladet sie besser nicht herunter.


Achtet auf die Zugriffsrechte

Verlangt die App Zugriff auf die Kontakte, den Standort, eure Nachrichten, Bilder, Mikrofon oder Kamera? Fragt euch, ob die App diese Rechte wirklich braucht und verweigert die Rechte. Sollte die App danach nicht mehr funktionieren, löscht sie.


Gestiegener Datenverbrauch, kürzere Akku-Laufzeit?

Unseriöse Apps, die Viren und Schadsoftware verbreiten oder illegal Daten über die Nutzer sammeln, haben oft zwei Dinge gemeinsam. Erstens: Sie verbrauchen viel Leistung, dadurch ist der Akku schneller leer als gewöhnlich. Zweitens: Sie übertragen mehr Daten als seriöse Apps, verbrauchen also mehr Datenvolumen.

Aktuelle Betriebssysteme warnen teils automatisch, wenn Apps auffällig viel Akkuleistung oder Mobilfunkdatenvolumen verbrauchen. Dennoch gilt: Wenn der Akku nach dem Installieren einer neuen App schnell leer ist, deinstalliert die App sicherheitshalber. Gleiches gilt, wenn ihr seht, dass eine neu installierte App vergleichsweise viele Daten verbraucht.

So geht's

Mobile Daten: So prüft ihr, wie viel eure Apps verbrauchen

Android: Einstellungen > Netzwerk & Internet > Mobilfunknetz > Datennutzung durch Apps. Klickt auf das Rädchen neben dem analysierten Zeitraum und legt das Datum auf den aktuellen Tag.

iOS: Einstellungen > Mobiles Netz. Scrollt zum Punkt "Mobile Daten". Dort sehr ihr in aufsteigender Reihenfolge sortiert, welche Apps im aktuellen Abrechnungszeitraum wie viele Daten verbraucht haben.


Schutz vor betrügerischen Apps: Die Grundlagen

  • Installiert eine Anti-Viren-App auf dem Smartphone – zum Beispiel von Avira oder Lookout.
  • Ladet keine Apps aus alternativen App-Plattformen herunter – viele Apps, die Viren und Malware verbreiten, haben es nie in die seriösen App-Stores von Google und Apple geschafft.
  • Achtet darauf, die aktuellen Sicherheitsupdates des Betriebssystems zu installieren. Durch die Aktualisierung werden Sicherheitslücken geschlossen und das Smartphone ist weniger angreifbar.
  • Wenn ihr nicht sicher seid, ob eine App vertrauenswürdig ist: Installiert sie lieber nicht – sicher ist sicher.

Coronavirus-Apps installieren oder nicht?

Verzichtet auf Apps, die sich auf das Thema "Coronavirus" spezialisiert haben oder ladet nur solche herunter, bei denen ihr nachvollziehen könnt, wer sie entwickelt hat. Der Verein "Deutschland sicher im Netz" empfiehlt allen, die amtliche Warnungen so schnell wie möglich erhalten möchten, die Apps "NINA" und "Katwarn". Ansonsten gilt: Ruhig bleiben, Abstand halten, Hände waschen und seriöse Quellen nutzen - für Informationen und Apps.

 

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