Stand: 28.04.2017 14:14 Uhr

Datenvolumen satt! So locken die Mobilfunk-Anbieter

Nie wieder Sorgen ums Datenvolumen machen: Das versprechen alle drei Mobilfunkanbieter in Deutschland - mit unterschiedlichen Konzepten. Das steckt hinter den Angeboten.

Das übrige Datenvolumen mit in den nächsten Monat nehmen, unbegrenzt Musik streamen oder ewig ohne Drosselung weitersurfen. Jeder der drei großen Mobilfunkanbieter in Deutschland hat ein anderes Werbeversprechen, mit dem sie uns nahezu unbegrenztes Surfen auf dem Smartphone versprechen. Leider kommen große Werbeversprechen nur selten ohne Haken. Wir haben uns die Angebote von Vodafone, O2 und Telekom genauer angesehen.

Das O2-Versprechen: unbegrenzt surfen

Das Problem kennen viele: Am Ende des Datenvolumens hat der Monat noch viele Tage. Das bedeutet, dass ihr entweder teure Einzelpakete dazubuchen müsst oder ihr surft nur noch mit extrem gedrosselter Geschwindigkeit. Das Angebot, zu bestehenden Tarifen eine echte Datenflatrate dazuzubuchen, scheint da verlockend. 5 Euro pro Monat soll es kosten. In den neuen Tarifen der Telefonica ist das Paket schon integriert.

Das Problem: Die Drosselung bleibt trotz allem

Für die 5 Euro pro Monat bekommt ihr leider kein unbegrenztes LTE. Denn auch mit der Zusatzfunktion drosselt der Anbieter die Geschwindigkeit - auf maximal 1 MBit/s (1000 KBit/s). Das Tech-Magazin Golem sagt aber, das wäre eine Drosselung, die nicht nervt. Im Vergleich: Bei der normalen Drosselung nach Ende des Datenvolumens, liegt die Geschwindigkeit zwischen 21 und 56 KBit/s.

Wer kann die Option dazubuchen?

Die Funktion können Kunden nur in ausgewählten Tarifen dazubuchen. PrePaid-Karten oder günstige Tarif-Angebote nimmt O2 hier heraus. Wer sie trotzdem haben möchte, muss einen neuen Vertrag abschließen oder den Vertrag wechseln. Das Gute: Trotz der Zusatzfunktion verlängert sich der Vertrag nicht. Das Angebot ist recht transparent.

 

Das Telekom-Versprechen: unbegrenzt streamen

Seit wenigen Wochen bietet die Telekom den Dienst "Stream On" an. Das Konzept: Ihr könnt Musik und Video streamen, ohne dass es euer Datenvolumen angreift.

Das Problem: Nur bei teuren Tarifen

Der Haken: Die neue Funktion gibt es nur für neue und teure Tarife. Die kosten mindestens 37 Euro pro Monat. Und selbst dann unterscheidet die Telekom noch. Wer den günstigeren Tarif wählt, darf nur Musik streamen. Wer mindestens 47 Euro monatlich zahlt, der darf Videos gucken und Musik hören, ohne sich um das Datenvolumen Sorgen zu machen.

Das zweite Problem: Die Dienste-Auswahl ist (noch) beschränkt

Die "StreamOn"-Funktion gilt nur für ausgewählte Firmen. Ihr solltet also davor genau schauen, ob euer Video- oder Musikstreaming-Anbieter im Paket der Telekom eingeschlossen ist. Radioplayer.de, Napster, Amazon-Streaming-Dienste, Juke und Apple Music sind zum Beispiel dabei. TuneIn, Spotify oder Deezer hingegen fehlen in der aktuellen Partnerliste.

Wer kann die Option dazubuchen?

Habt ihr einen aktuellen Tarif, den ihr nach dem 19. April 2016 abgeschlossen habt, könnt ihr die Option kostenlos hinzubuchen. Dabei bleibt die Vertragslaufzeit die gleiche. Ist der Vertrag älter, müsst ihr ihn wechseln, um an die neue Funktion zu kommen. Vorsicht: Dabei verlängert sich auch die Vertragslaufzeit um zwei Jahre.

 

Das Vodafone-Versprechen: unverbrauchtes Datenvolumen mitnehmen

Vodafone geht davon aus, dass die Nutzer ihr Datenvolumen nur selten aufbrauchen. Der Tarif für die Nutzung also zu groß ist. Deswegen ermöglichen sie den Kunden jetzt, das übrig gebliebene Volumen in den nächsten Monat mitzunehmen und nennen die Tarif-Option "GigaDepot".

Das Problem: Nach einem Monat verfällt das Volumen

Das nicht verbrauchte Volumen überträgt sich quasi als Notreserve in den darauffolgenden Monat. Verbraucht ihr in diesem Monat euer Inklusivvolumen nicht, verfällt auch das Restvolumen aus dem vorangegangenen Monat. Ein Sammeln ist nicht möglich. Da ihr jeden Monat zuerst euer Inklusivolumen aufbraucht und erst im Anschluss daran eure Reserve erschöpft, klingt das Vodafone-Angebot besser, als es tatsächlich ist - zumal Vielsurfer auch in den seltensten Fällen viel Datenvolumen am Ende des Monat übrig haben dürften.

Wer kann das Datenvolumen übernehmen?

Das Angebot bietet Vodafone ausschließlich für neue Red-Tarife von 2016 und für die Young-Tarife an. Wer das Datenvolumen trotzdem mitnehmen möchte, muss einen neuen Vertrag abschließen, der dann vermutlich teurer ist, als bisher.

 

Fazit: Vergleichen und abwägen lohnt sich

Die Angebote sind nur für eine sehr spezielle Zielgruppe geeignet - und fast immer lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen. Denn:

  • Das O2-Angebot lohnt sich nur für Menschen, die wirklich immer in der Mitte des Monats das Volumen aufgebraucht haben.
  • Das StreamOn-Angebot der Telekom ist leider nur mit sehr teuren Volumen zu haben - die günstigere Alternative sind wohl meist die "Offline-Funktionen" der Streaming-Apps. Die hat Spotify, Apple Musik, Netflix und auch Amazon Prime Video.
  • Beim Vodafone-Angebot kommen auf den Nutzer keine zusätzlichen Kosten zu. Doch das Datenvolumen nur einen Monat länger nutzen zu können, lohnt sich nur für Menschen, die ihr Datenvolumen ohnehin nur selten komplett aufbrauchen.

So verlockend neue Tarife auch klingen, ihr solltet euch immer fragen: Brauche ich das Angebotene wirklich?

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