Stand: 13.02.2020 12:13 Uhr

Ebay Kleinanzeigen: Achtung, Paypal-Betrug!

Ihr habt einen Artikel bezahlt, ihn aber nie bekommen? Oder ihr werdet beschuldigt, eine Ware trotz Bezahlung nicht übergeben zu haben? Dann seid ihr vielleicht Opfer der "Dreiecksbetrüger" geworden.

Der Ton ist oft rau, die Preisverhandlung hart - und am Ende ärgern sich viele User, weil sie bezahlte Ware nicht erhalten oder von Käufern sitzen gelassen werden: Online-Verkaufsseiten sind eine Welt für sich - und locken immer wieder Betrüger an.

Jetzt gibt es bei Ebay Kleinanzeigen eine Masche, mit der Betrüger versuchen, euch eure angebotenen Artikel aus der Tasche zu ziehen, ohne dafür zu bezahlen. Besonders perfide: Am Ende stehen die Verkäufer ohne ihr Geld und ohne ihre angebotenen Artikel da - und werden sogar noch beschuldigt, selbst falsch gehandelt zu haben.

Paypal-Masche: So funktioniert der "Dreiecksbetrug"

Bei der Masche melden sich die Betrüger auf Online-Inserate und wollen den Kauf über die vermeintlich sichere Zahlung per Paypal und eine Abholung vor Ort abwickeln.

Am besten lässt sich die komplizierte Masche, bei der Betrüger zwei ahnungslose Kleinanzeigen-User gegeneinander ausspielen, mit einem Beispiel erklären:

  • Verkäuferin Lisa bietet auf Ebay Kleinanzeigen ein Smartphone für 200 Euro zum Verkauf an.
  • Betrüger Paul meldet sich auf die Anzeige. Er sagt, dass er das Smartphone gerne abholen würde - und kündigt an, nicht bar zu bezahlen, sondern vorab per Paypal.
  • Gleichzeitig stellt Betrüger Paul einen fiktiven Artikel, den er gar nicht besitzt, auf Ebay Kleinanzeigen ein - und zwar ebenfalls für 200 Euro.
  • Käufer Jan meldet sich auf die fiktive Anzeige.
  • Betrüger Paul gibt Käufer Jan die Paypal-Adresse von Verkäuferin Lisa, der Betrüger Jan ja eine Zahlung vor Abholung versprochen hat.
  • Smartphone-Verkäuferin Lisa hat nun also ihre 200 Euro und denkt, Betrüger Paul hätte sie gezahlt. Der holt das Smartphone ab, für das in Wahrheit jemand anderes - nämlich Käufer Jan - bezahlt hat.
  • Käufer Jan steht ohne seine Ware da und beschwert sich bei Ebay über die noch ahnungslose Verkäuferin Lisa. Sie ist nun doppelt geschädigt: Ihr Smartphone ist weg und Käufer Jan zieht einige Tage später die gezahlten 200 Euro zurück.

"Dreiecksbetrug": So schützt ihr euch

Dadurch, dass Betrüger Paul das Smartphone persönlich abholt, muss er seine Adresse nicht rausgeben. Auch sonst hinterlässt er keine Spuren, die Rückschlüsse auf seine Person zulassen - denn er lässt ja Käufer Jan, der sich auf seinen nicht existierenden Artikel gemeldet hat, das Geld an Verkäuferin Lisa zahlen.

Deshalb gilt beim Shoppen auf Kleinanzeigen-Seiten:

  • Ist eine Paypal-Zahlung vereinbart, sollte die Ware nur per Post an die Adresse des Käufers geschickt und nicht persönlich übergeben werden. Um bei Paypal durch den Käuferschutz abgesichert zu sein, solltet ihr beim Senden von Geld übrigens immer die Funktion "Geld senden für Waren und Dienstleistungen" anwählen.
  • Bei einer persönlichen Übergabe ist die Bargeldzahlung empfehlenswert. So können beide Seiten sicher sein, dass der Käufer seine Ware erhält und der Verkäufer seinen Artikel auch wirklich an den Bezahlenden ausliefert.
  • Wenn möglich, kommuniziert nicht nur über die Verkaufsseite. Die Handynummer eures Gegenübers zu haben, kann euch im Zweifelsfall zumindest ein bisschen absichern. Will euer Gegenüber diese nicht rausgeben und sich auch auf keine anderen Identitätsnachweise einlassen, solltet ihr misstrauisch werden.

Kleinanzeigen-Betrüger: Fiese Maschen

Der "Dreiecksbetrug", über den auch "buten un binnen" und "Plusminus" berichten, ist nur eine von vielen Maschen, mit denen Betrüger versuchen, an euer Geld oder eure Ware zu kommen. So solltet ihr zum Beispiel skeptisch werden, wenn ein Käufer sagt, dass "ein Bekannter" das gekaufte Smartphone abholen wird - denn so kann er später behaupten, er hätte die Ware nie bekommen.

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N-JOY | Der Graf | 13.02.2020 | 12:00 Uhr

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