Stand: 08.08.2019 16:11 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Gehackt? Erpressung per E-Mail ist zurück

Per E-Mail drohen Erpresser, Videos mit euch in der Hauptrolle zu veröffentlichen. Aber: Die Masche ist ein Betrugsversuch - alles an der E-Mail ist erfunden.

Die Erpresser-Mails sind zurück: "Du bist ein großer Perverser. Sie haben ungezügelte Fantasie", steht in einer Nachricht, die die N-JOY Redaktion erreicht hat. Es handelt sich um eine Spam-Mail, mit der Betrüger Bitcoin erpressen wollen - eine der Betrügermails, die in Wellen immer wieder kommt.

Zuletzt haben wir im Januar 2019 über die Masche berichtet: Mehr als 14.000 Euro in drei Tagen waren damals auf dem Konto der Betrüger eingegangen, innerhalb weniger Tage hatten 50 Internetnutzer Geld an ein Bitcoin-Konto überwiesen, das in einer der Erpresser-Mails genannt wird.

Die Masche war damals die gleiche wie heute: Der Absender behauptet, den Rechner, das Smartphone oder das Tablet gekapert und intime Aufnahmen des Nutzers beim Anschauen eines Pornos mitgeschnitten zu haben.

Die Forderung der Erpresser: Damit die Videos nicht im Netz landen, soll der Empfänger zwischen 300 und 400 Euro Schweigegeld in der Bitcoin-Währung überweisen.

Sicherheit

So bastelt ihr euch ein sicheres Passwort

Zum Schutz vor Hackern sollten Nutzer für jeden Dienst ein anderes Passwort verwenden. Macht aber niemand, weil wir uns das gar nicht merken können. Mit diesem Trick geht's aber. mehr

Kriminalhauptkommisar: "Das ist Erpressung"

Die Täter liefern keine Beweise dafür, dass es die intimen Videos wirklich gibt. Kriminalhauptkommissiar Hans-Joachim Henschel vom Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen warnt, ihm sei kein Fall bekannt, in dem die Erpresser solche Videos tatsächlich besessen hätten. Jeder, der solche E-Mails bekomme, könne Anzeige erstatten oder die Mail an die Experten für Internetkriminalität der Polizei Niedersachsen weiterleiten.

E-Mail gehackt? Absender und Empfänger sind identisch

In den E-Mails, die der N-JOY Redaktion aus den vergangenen Monaten vorliegen, haben wir eine Besonderheit entdeckt: Die E-Mail-Adresse des Absenders ist identisch mit der des Empfängers. Das heißt: Theoretisch erpresst der Empfänger sich selbst. Davon sollten sich die Nutzer aber nicht abschrecken lassen, so der Experte für Internetkriminalität:

Der Mail-Account wurde nicht gehackt, er ist sicher! Hans-Joachim Henschel, LKA Niedersachsen

Die E-Mail-Adresse des Absenders zu verändern, sei technisch ganz einfach, erklärt er im N-JOY Interview: "Es ist, als würde man den Namen des Empfängers auch als Absender auf den Briefumschlag schreiben, bevor man ihn in den Briefkasten wirft."

E-Mail gehackt? Erpresser kennen euer Passwort? Keine Panik!

In einigen der E-Mails werden sogar Passwörter genannt. Doch diese stammen laut dem Experten wohl aus alten Datendiebstählen. Wichtig ist allerdings: Solltet ihr das Passwort, das die Erpresser in der E-Mail benennen, noch verwenden, ändert es überall.

Erpressung per Mail: Was tun, wenn ihr die Mail bekommen habt?

Habt ihr eine ähnliche Mail bekommen, wie sie oben im Bild gezeigt wird, meldet sie als Spam oder löscht sie. Bezahlt auf gar keinen Fall Geld. Sieht die E-Mail ein bisschen anders aus, ist das auch kein Grund zur Panik: Laut Onlinewarnungen.de existieren mittlerweile mindestens 59 verschiedene Versionen. Also: Ruhe bewahren und nicht auf die Masche der Erpresser reinfallen.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 12.08.2019 | 15:00 Uhr

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