Fundstücke bei Facebook? Ab ins Fundbüro damit!

Rucksäcke, Smartphones, Geldbeutel: Warum ihr Fundstücke nicht auf sozialen Netzwerken teilen solltet - und wie ihr richtig mit Gefundenem umgeht.

"Verloren und gefunden": Wer diese beiden Wörter bei Facebook in die Suche eingibt, landet bei unzähligen Gruppen, die überall in Deutschland Verlorenes zu ihren Eigentümern zurückbringen möchten. In Hamburg suchen mehr als 1.000 Menschen in mehreren Gruppen nach Verschollenem. In Wolfsburg immerhin 3.700 Menschen und in einer Gruppe für Ostfriesland haben sich 3.200 Personen eingetragen.

Die Gruppen wollen vermutlich nur Gutes - trotzdem solltet ihr, wenn ihr Rucksäcke, Smartphones, Geldbeutel oder ähnliches findet, nicht auf soziale Medien zurückgreifen, sondern den Weg zum Fundbüro antreten.

Wir erklären, wie ihr richtig mit Fundsachen umgeht:

1. Gefundenes weniger als 10 Euro wert?

In diesem Fall müsst ihr nicht ins Fundbüro rennen. Grund dafür ist eine Ausnahme im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Ihr könnt also versuchen, den Besitzer im Netz über Facebook, Instagram oder Twitter zu finden.

2. Gefundenes mehr als 10 Euro wert?

Ab ins Fundbüro: Der Paragraf 965 des BGB verpflichtet euch dazu, das Fundstück anzuzeigen. Heißt: Ihr müsst dem Eigentümer, dem Fundbüro oder der Polizei Bescheid geben. Meldet ihr ein Fundstück nicht, kann das sogar zu einer Geldstrafe führen, schreibt test.de. Erst, wenn ihr das Gefundene im Fundbüro gemeldet habt, könnt ihr den Eigentümer zusätzlich über soziale Netzwerke suchen. Aber auch hier solltet ihr einige Regeln beachten, schreibt Spiegel Online.

3. Datensparsamkeit bei der Suche im Netz

Verratet bei der Suche nach dem Eigentümer keine wichtigen Details. Stehen die Informationen im Posting, könnte sich ein Betrüger als Eigentümer ausgeben. Das Problem: Händigt ihr das Fundstück dem Falschen aus, haftet ihr auch dafür.

4. Der Finder haftet für das Gefundene

Gebt ein Fundstück schon aus Selbstschutz beim Fundbüro ab, empfiehlt die Verbraucherschützerin Kathrin Körber der Tageszeitung Die Welt gegenüber: "Es kann auch sein, dass das Fundstück etwas mit einer Straftat zu tun hat." Hat der Finder ein solches Fundstück nicht korrekt abgegeben, müsse er gegebenenfalls erst umständlich nachweisen, dass er mit der Straftat nichts zu tun hat.

5. Persönliche Daten im Netz teilen? Lieber nicht!

Ihr solltet keine privaten Daten des Eigentümers veröffentlichen, wenn ihr eine Fundsache im Netz veröffentlicht. Name, Geburtsdaten, Telefonnummer, Blutgruppe oder andere Details sind vertraulich. Das Problem: Veröffentlicht ihr die Daten um den Besitzer eines gefundenen Dokuments, Ausweises, Führerscheins oder einer Bankkarte schneller zu finden, verstoßt ihr gegen das Datenschutzrecht.

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