Stand: 31.05.2019 11:22 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Nest Hub: Schaltzentrale für Google-Fans

"Hey Google, spiel den Tatort ab" - so sieht Unterhaltung auf Zuruf aus. Das neueste Produkt aus Googles Smart-Home-Reihe heißt Nest Hub und hat zusätzlich zu Mikrofon, Lautsprecher und Sprachassistent noch einen Bildschirm an Bord. Wir verraten, ob der Google Nest Hub in eurer Wohnung ein Zuhause finden sollte.

Es soll ein "digitaler Bilderrahmen für all deine Erinnerungen" sein. So vermarktet Google in Deutschland sein neuestes Produkt aus der Smart-Home-Reihe. Nest Hub heißt der kluge Bilderrahmen, der mit Lautsprechern und Sprachassistent versehen in die Wohnzimmer der Google-Fans gelangen soll. Kosten: 130 Euro.  

Google Nest Hub: Schaltzentrale für das Zuhause der Zukunft? 

Dafür spielt der 480-Gramm schwere Lautsprecher YouTube-Videos, Kochtutorials und auch den Tatort auf Zuruf ab. Er lässt die Nutzer das eigene vernetzte Zuhause bedienen - smarte Lampen ein- und ausschalten, Heizungsthermostate regeln oder das Bild auf dem Fernseher verändern. Der Google Nest Hub soll eine Schaltzentrale sein, wie sie in Science-Fiction-Filmen neben der Wohnungstür auf die Bewohner wartet, um ihnen das Leben in den eigenen vier Wänden zu erleichtern.  

Smart-Home-Schaltzentrale: Zukunft in kleinen Schritten 

Noch sind der Zukunftsvision Grenzen gesetzt: Automatisiert die Kaffeemaschine einschalten oder den Toast fürs Frühstück rösten - das geht damit noch nicht. Doch der sprechende 7-Zoll-Touchscreen-Bilderrahmen integriert sich in den Alltag, wenn der Nutzer mit dem eigenen Sprachassistenten interagiert.  

Konkurrent: Amazon

Amazon stellt Echo Show 5 vor

90 Euro, ein Display und ein smarter Sprachassistent. Nur einen Tag nach dem Start von Googles Fernbedienung für ein smartes Zuhause, hat Amazon die neueste Version seines smarten Bilderrahmen-Lautsprechers vorgestellt. Er ist kleiner, 40 Euro günstiger und der Verkauf startet Ende Juni.

Hey Google, wie macht man Pfannkuchen? 

Im N-JOY Test hat es nur wenige Minuten gedauert, bis der Bildschirm zum Wohnungsinventar gehörte. Hey Google, spiel den Tatort ab. Ok Google, stell den Timer auf fünf Minuten, schalte das Licht im Bad an, spiel N-JOY auf dem WLAN-Lautsprecher ab. Wie wird das Wetter in Bonn? In welchen Ländern ist es im Oktober warm? Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Albanien? All das funktionierte, fast reibungslos. Die zwei verbauten Mikrofone haben die Fragen überraschend richtig verstanden, die Sprache analysiert, Befehle umgesetzt und Antworten gefunden.  

Eine Überraschung wartete bei der Frage: Wie macht man Pfannkuchen? Der Google-Assistent führte eine Schritt-für-Schritt-Anleitung auf - auf dem Display zum Nachlesen als Text mit Bildern sowie als vorgelesene Anleitung, bei der der Kochende mit einem einfachen "Weiter" zum nächsten Schritt navigiert.  

Stolperfalle: "Was weißt du über ... "?  

Eine Stolperfalle in der Kommunikation: Der Google Assistent antwortet auf "Was weißt du über Albanien" mit den Worten "Ich weiß einiges über Albanien". Es wirkt fast schon wie Häme, die aus diesen Worten spricht, denn der Fragende weiß offenbar nichts. Sonst würde er seine Frage schließlich spezifischer stellen. Doch der Google Assistent steht dazu, dass er mehr weiß, und schweigt.  

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Google Nest Hub im Test: Anmerkung zum Test-Umfeld 

Der Google Nest Hub hat sich im N-JOY Test gut in die technische Umgebung integriert, was auch daran liegt, dass in der Wohnung bereits andere Geräte des Technologie-Konzerns genutzt werden. Ist die Wohnung hingegen vor allem mit den Produkten von Amazon und der dazugehörigen Echo-Serie ausgestattet, könnte die Nutzung des Google Assistents ungewohnt sein und auch die Einrichtung könnte dann von mehr Problemen begleitet sein.  

Wer aber bereits mit anderen Google-Produkten und einem Android-Smartphone seinen Wohnungsalltag bestreitet, dem wird vor allem eine Funktion fehlen: "Streame Super Girl auf Netflix". Das kann der Nest Hub nicht - den Netflix ist auf dem smarten Display des Gerätes nicht verfügbar.  

Fazit: Schaltzentrale für echte Smart-Homes 

Ein Knopf auf der Rückseite schaltet den Lautsprecher und die Mikrofone stumm.

Es sind nur Kleinigkeiten, die jemanden, der sein Smart-Home bereits mit dem Google-Assistent steuert, an der Schaltzentrale stören könnten. Aber genau das ist der Punkt: Der Nest Hub integriert sich gut in ein bestehendes smartes Zuhause mit Google-Produkten. Gleichzeitig gibt es dann aber kaum einen guten Grund ihn zu kaufen. Denn: Das Smartphone oder das Tablet erledigen die gleichen Jobs, wie der Nest Hub.  

Das Magazin t3n hat im Test den Google Nest Hub mit dem Amazon Echo Show verglichen und kommt zu dem Schluss, dass sich die Befehle und auch die Reaktionen bei beiden Assistenten unterscheiden. Deswegen: Der Google Nest Hub ist eine 130 Euro teure Spielerei, deren Kauf nur für Google-Hardware-Fans sinnvoll ist, die bereits ein vernetztes Zuhause aufgebaut haben.  

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 31.05.2019 | 12:00 Uhr

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