Stand: 06.05.2020 15:00 Uhr

Spam: So gewinnt ihr den Kampf gegen nervige E-Mails

Spam-Mails nerven. Doch zwei kleine Tricks können helfen, die Flut in den Griff zu bekommen. So könnt ihr ständigen Spam im Postfach vermeiden.

Werbung, Phishing, Newsletter: Das alles landet fast täglich in unseren E-Mail-Postfächern. Manchmal mit Drohungen, manchmal mit Viren im Anhang und manchmal mit dem plumpen Versuch, uns unsere Kontakt- oder Kontodaten zu entlocken. Die Folge: Täglich sind wir damit beschäftigt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und ungewollte E-Mails zu löschen oder uns aus Newslettern auszutragen.

Die gute Nachricht: Es gibt Tricks, durch die ihr es gar nicht erst zu einer Spam-Flut kommen lasst.

1. Für Gewinnspiele und Einmal-Anmeldungen: Wegwerf-Adressen

Manchmal müssen wir irgendwo einen Account erstellen oder eine E-Mail-Adresse angeben, wissen aber von vornherein, dass wir das Ganze nur einmalig nutzen wollen oder dass uns eine böse Mail-Flut erwartet. Eine reine Fantasie-Adresse hilft in diesen Situationen oft nicht - zum Beispiel, wenn wir zur Verifizierung einen Bestätigungslink anklicken müssen oder am nächsten Tag mal nachschauen wollen, ob wir bei einem Gewinnspiel gewonnen haben.

Für solche Gelegenheiten könnt ihr Wegwerf-Mail-Adressen nutzen. Diese könnt ihr auf Seiten wie emailgo.de oder muellmail.de kostenlos anlegen und euch einen eigenen Namen ausdenken - zum Beispiel gegenspam@emailgo.de oder mueller@muellmail.com.

Diese Mail-Adressen sind nur kurzfristig gültig: Ihr könnt sie abrufen, allerdings werden sie bei emailgo.de spätestens nach zwei Tagen, bei muellmail.de nach drei Tagen automatisch gelöscht. So könnt ihr zwar kurzfristig schauen, ob ihr eventuell wirklich bei einem Gewinnspiel gewonnen habt, umgeht aber die Gefahr, nach der Teilnahme in eurem privaten Postfach mit Werbung überhäuft zu werden.

Wichtig: Jeder, der den Namen eurer Wegwerf-Adresse kennt, kann das Postfach abrufen. Nutzt solche Adressen daher nur, wenn ihr keine persönlichen Daten von euch preisgebt.

Hintergrund

Wie landen Spam- und Werbemails in meinem Postfach?

Dass eine Mail-Adresse in einem Spam-Verteiler landet, kann unterschiedliche Gründe haben. Ein Grund kann ein Hack sein, bei dem Angreifer die Daten eines Dienstes oder einer Firma stehlen und die E-Mail-Adressen dann illegal weiterverkaufen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass sich die Anbieter von Gewinnspielen oder die Macher von Add-ons in den Teilnahme- oder Datenschutzbedingungen das Recht vorbehalten, Daten wie E-Mail-Adressen zu sammeln und an Datenunternehmen weiterzuverkaufen. Oft sind diese Bedingungen im Netz öffentlich nachlesbar - weil viele Menschen die Bedingungen aber nicht lesen, wissen sie oft nicht, dass ihre E-Mail-Adresse weiterverkauft wird.

2. Für Online-Shopping, Apps oder Spiele-Konten: Weiterleitungsadressen

Das Prinzip funktioniert wie bei der Wegwerfadresse, ist allerdings auf eine privatere und langfristigere Nutzung ausgelegt: Ihr richtet euch bei einem Anbieter eurer Wahl - zum Beispiel bei Gmail, GMX oder web.de - eine Mail-Adresse ein, die ihr nur für Gewinnspiele, neue Konten bei Spielen, Apps, Browser-Add-Ons, Shoppingdiensten oder sozialen Netzwerken benutzt. Also überall dort, wo ihr einen Account einrichten müsst, bevor ihr den Dienst einmal ausprobieren könnt.

Alle E-Mails, die in diesem Postfach landen, lasst ihr an eure persönliche Mail-Adresse weiterleiten. Das könnt ihr in den Einstellungen der Mailanbieter (zum Beispiel bei Gmail oder Gmx) einrichten. Wann ihr die Reißleine zieht, könnt ihr bei diesem Trick selbst entscheiden: Sobald ihr über diese Weiterleitungsadresse (zu viele) Spam- oder Werbemails bekommt, stellt ihr die Weiterleitung aus oder löscht die Adresse und legt eine neue an.

Ausblick

Mozilla: Neuer Dienst soll vor Spam schützen

Die Organisation hinter dem Firefox-Browser, Mozilla, hat ein Browser-Add-on entwickelt, das Weiterleitungsadressen für euch anlegt. "Firefox Private Relay" heißt dieser Dienst.

So funktioniert's: Nachdem ihr das Add-on in Firefox hinzugefügt habt, registriert ihr euch mit eurer normalen Mail-Adresse.
Sobald ihr danach auf einer Webseite ein Formular ausfüllt, bietet euch das Add-on eine Weiterleitungsadresse an. Die E-Mails von dieser Adresse werden dann an eure normale Adresse weitergeleitet. Fängt eine eurer Weiterleitungsadressen an zu nerven, weil darüber ständig unerwünschte E-Mails kommen, könnt ihr die entsprechende Weiterleitungsadresse über den Dienst deaktivieren oder komplett löschen.

Das Add-On ist für den Firefox-Browser aktuell noch in der Testphase. Registrieren können sich Interessierte aber bereits jetzt.

Weiterleitungsadressen: Warum hilft das gegen Spam?

Eure echte E-Mail-Adresse für Freunde, Kollegen und Familienmitglieder bleibt immer die gleiche. Nur dort, wo die Gefahr besteht, dass eure Mail-Adresse für Werbung und Spam missbraucht wird, benutzt ihr eine Weiterleitungsadresse. Sie trennt wichtige Mails von unwichtigen oder sogar gefährlichen Werbe- oder Phishing-Mails.

Kleine Tricks, die helfen können

Es ist nur eine Kleinigkeit, eine Mail-Adresse zwischen potenzielle Absender von Spam-Mails und die eigene private E-Mail-Adresse zu schalten - doch im besten Fall erspart dieser Umweg euch viele Nerven und den Blick auf immer neue Spam-Mails.

 

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