Stand: 13.12.2017 12:38 Uhr | AutorIn: Udo Lewalter

TV kaufen: So findet ihr den richtigen Fernseher

Buchstaben-Chaos gehört irgendwie Fernseh-Kauf dazu. Wir erklären, was OLED, LCD, UHD und 4K bedeuten, und worauf ihr beim Einkaufen achten müsst.

Wer sich auf die Suche nach einem neuen TV-Gerät macht, hat die Qual der Wahl - zahlreiche Hersteller bieten Dutzende Geräte und Modellreihen an. Damit aber nicht genug, denn immer wieder tauchen in Prospekten oder beim Gespräch mit dem Verkäufer im Elektronikmarkt teils kryptische Begrifflichkeiten auf. Was zum Teufel hat es mit LCD, LED, QLED und OLED auf sich? Was bedeuten HD ready, Full HD, 4K und UHD? Was verbirgt sich hinter DVB-T2 HD? Und was ist überhaupt beim Kauf der neuen Glotze zu beachten? N-JOY hat sich einen Überblick verschafft und erklärt, worauf es beim TV-Kauf ankommt.

LCD, LED, QLED, OLED: Die Unterschiede der Display-Technologien

Wer aktuell nach einem TV-Gerät sucht, stößt schnell auf die OLED-Technik, mit der einige Modelle inzwischen ausgestattet sind. Was steckt dahinter? OLED ist wie LCD und LED eine Display-Technologie. Vereinfacht beschrieben, nutzt das OLED-Verfahren (Organic Light Emitting Diode) im Gegensatz zu herkömmlichen LCD- und LED-Fernsehern keine dauerhafte Hintergrundbeleuchtung (Backlight), sondern selbstleuchtende Dioden zur Darstellung der Bilder. Diese elektronischen Bauelemente strahlen nur, wenn sie benötigt werden. Wenn nicht, dann schalten sie ab. Das führt dazu, dass Schwarz auch wirklich tiefdunkel für den Betrachter rüberkommt und nicht - wie bei der LCD- und LED-Technik üblich - gräulich. Das sichtbare Resultat: ein deutlich kontrastreicheres Bild sowie eine verbesserte Farbwiedergabe.

Da die Technik vergleichsweise neu ist, sind entsprechende Fernseher von LG, Panasonic, Philips und Sony aktuell in der Regel noch sehr teuer. Samsung setzt übrigens auf eine Bildtechnik namens QLED. Die hat nichts mit OLED zu tun, auch wenn beides brillante und farbstarke Bilder liefern soll. Samsung verbessert die Bildqualität mithilfe mikroskopisch kleiner Halbleiterkristalle (Quantum Dots), die laut Hersteller in extrem reinen Farben leuchten.

HD ready, Full HD, 4K, UHD: Wie scharf soll es sein?

Kryptische Bezeichnungen geben die maximale Auflösung eines Fernsehers an. Je höher die ausfällt, desto besser - könnte man jedenfalls meinen. Diese Faustregel trifft aber nur bedingt zu. Die Erklärung der Standards liefert die Erklärung dafür:

  • HD-ready-Geräte (720p) bringen 1.280 x 720 Pixel auf den Bildschirm - Einzelbilder setzen sich also aus etwas mehr als 920.000 Bildpunkten zusammen. Dieser Standard ist inzwischen veraltet, ihr solltet euch mindestens einen Fernseher mit Full-HD-Option (1080p) zulegen.
  • Full-HD-Geräte: Der bringt 1920 x 1080 Pixel, also 2.073.600 Bildpunkte, auf die Mattscheibe. Die im Vergleich zu HD ready doppelte Auflösung ist deutlich sichtbar - bei praktisch jeder Bildschirmgröße.
  • Hingegen profitieren von der scharfen 4K-Auflösung (auch Ultra HD, kurz: UHD) primär Besitzer von sehr großen TV-Geräten ab 55 Zoll  - das entspricht einer Bildschirmdiagonalen von mindestens 139 Zentimetern. 4K bringt zwar satte 3840 x 2160 Pixel, also circa acht Millionen Bildpunkten, auf den Schirm. Die im Vergleich zu Full HD vervierfachte Auflösung ist aber selbst auf mittelgroßen Fernsehern (40 bis 46 Zoll) mit dem bloßen Auge kaum erkennbar.

Tipp: Habt ihr in dieser Größenkategorie (40 bis 46 Zoll) die Wahl zwischen mehreren Geräten mit unterschiedlichen Standards, könnt ihr zu den oft günstigeren Full-HD-Modellen greifen - zumal 4K-Fernseher die hohen Auflösungen nur dann auf den Fernseher bringen, wenn das von Blu-ray, Spielekonsole oder Streaming-Dienst zugespielte Material den UHD-Standard unterstützt.

 

HDR: Mehr Kontrast und natürlichere Farben

Einen sichtbaren Effekt bei jeder Bildschirmgröße bringt die sogenannte HDR-Technik. HDR steht für High Dynamic Range. Dieses Verfahren liefert Fernsehbilder mit einem besonders hohen Dynamikumfang - mit einem sehr hohen Bildkontrast sowie einem breiteren Farbspektrum bei den Grundfarben Rot, Grün und Blau. Diese Optimierungen stellen Szenen in Filmen und Games lebensechter dar - sie wirken sichtbar besser. Allerdings bringt diese Technik nur etwas, wenn das dem Fernseher zugespielte Material entsprechend aufbereitet ist - also beispielsweise der eingelegte Blu-ray-Film, das Videospiel oder der beim Streaming-Dienst abgerufene Streifen HDR unterstützt.

 

DVB-T2 HD: Neuer Standard für Antennen-Zuschauer

Euer Fernseher empfängt das TV-Programm ausschließlich über die Antenne? Dann solltet ihr beim Kauf eines Neugeräts unbedingt darauf achten, dass es "DVB-T2 HD" beherrscht. Denn der Standard ersetzt seit März 2017 bereits in vielen Regionen Deutschlands das alte DVB-T. Eure Wunsch-Glotze kann DVB-T2 HD aber nicht? Dann schafft möglicherweise ein neuer Receiver Abhilfe, der diesen Standard unterstützt.

 

3D- und Curved-TVs: Features auf dem Abstellgleis

Gebogene Flachbildfernseher galten eine Zeit lang als der letzte Schrei bei Fernsehern. Ebenso die 3D-Technik. Beides hat sich jedoch nicht durchgesetzt oder ist in der Nische verschwunden. Die Gründe unter anderem: Den von der Industrie angepriesenen Panorama-Effekt von Curved-TV nehmen viele Konsumenten nicht wahr. Und 3D-Brillen nerven mit der Zeit auf der Nase. Dennoch gibt es aktuell zahlreiche Geräte mit diesen Features auf dem Markt, die aufgrund der Funktionalitäten teils sogar teurer als herkömmliche Standard-TVs sind. Gerade im Fall von 3D könnt ihr zu den günstigeren Geräten ohne das Feature greifen, denn das 3D-Filmangebot dürfte kaum noch wachsen und auch aktuelle Games unterstützen die Technik nicht mehr. Und die Rundungen von Curved-TVs sieht man wohl auch nicht mehr lange im Laden. Denn nach Angaben von Chip setzt künftig nur noch Samsung bei einigen neuen Modellen darauf.

 

TV-Kauf: Achtet auf die Ausstattung!

Viele Fernseher bieten inzwischen deutlich mehr als die simple Bildwiedergabe. Leistungsfähige Komponenten wie Vierkern-Prozessoren, ausgereifte Betriebssysteme, WLAN-Module oder Festplatten ermöglichen Aufnahmefunktionen, das Surfen im Netz oder die Nutzung von YouTube. Die sogenannten Smart-TVs verfügen zudem über zahlreiche Apps wie Netflix oder Amazon Prime Video - das erspart euch möglicherweise den Kauf zusätzlicher Zuspieler wie Apple TV oder einen Amazon Fire-TV-Stick. Wichtig sind auch ausreichend viele Anschlüsse, an die sich externe Geräte oder Speichermedien stöpseln lassen - HDMI und USB vor allem. Drei von jeder Sorte sollten das Minimum sein.

 

Tipps zum Kauf: So groß sollte die neue Glotze sein

Je größer, desto besser - das gilt nicht beim Fernsehkauf! Denn die maximale Dimension der Mattscheibe hängt unter anderem maßgeblich von der Größe des Raumes ab, in der der Fernseher stehen soll. Eine simple Faustregel lässt euch spielend leicht den perfekten Sitzabstand zum Fernseher berechnen: Der sollte etwa der dreifachen Bilddiagonale entsprechen. Von einem 50-Zoll-Gerät mit einer Diagonalen von 127 Zentimetern (1 Zoll = 2,54 cm) solltet ihr also zwischen dreieinhalb und vier Metern entfernt sitzen - bei Filmen mit Standard-Auflösung (SD) jedenfalls. Der Abstand verringert sich bei Full-HD-Inhalten etwa um die Hälfte. Denn je schärfer die Auflösung, desto näher könnt ihr am Gerät sitzen, ohne dass das Auge störende Pixel wahrnimmt.

 

Tipps zum Sound: Guter Klang muss nicht teuer sein

Die TV-Trend seit Jahren: Die Bilder werden immer schärfer, die Geräte immer schlanker. Doch gerade die schicke Bauweise bringt einen Nachteil mit sich. In vielen Geräten findet ein ordentliches Soundsystem kaum noch Platz. Gerade den flachen Geräten fehlt der nötige Klangraum, um kräftige Bässe zu entwickeln. In der Regel liefern nur recht teure Fernseher auch Top-Sound. Wer darauf nicht verzichten möchte, aber keine Unsumme für den neuen Fernseher investieren will, sollte über den Kauf externer Boxen nachdenken - Soundbars und Soundplates lassen sich problemlos via Bluetooth mit den meisten TV-Geräten verbinden. Noch besser: Etwaige Zusatzkosten entfallen sogar, wenn ihr bereits eine Stereoanlage besitzt, an die ihr anstöpseln könnt.

 

Tipps für ein Top-Bild: So stellt ihr euren Fernseher ein

Im Elektronik-Markt haben die Bilder eures Fernsehers noch gigantisch gewirkt, davon ist zu Hause aber nicht viel zu sehen. Warum? Das kann mehrere Gründe haben. So laufen auf den Fernsehern in den Verkaufsräumen zumeist speziell zu Werbezwecken angefertigte Trailer, die Farben und den Kontrast besonders unterstreichen. Das normale Standardbild (SD-Auflösung) zu Hause hält da nicht mit. Erst bei Full-HD- oder 4K-Bildern spielen die TV-Geräte ihr volles Potenzial aus. Doch selbst dann bleiben die Bilder möglicherweise blass. Denn die Grundeinstellungen vieler TV-Geräte sind alles andere als optimal. Es lohnt also, in den Geräteeinstellungen Farbe, Kontrast, Farbtemperatur und Helligkeit zu verändern. Bei der Anpassung hilft euch ein Referenzbild, das ihr auf der Webseite des Photoindustrie-Verbands herunterladen könnt - um es dann etwa über den am Fernseher angeschlossenen USB-Stick auf eure Mattscheibe zu bringen. Wer am Fernseher zocken will, sollte zudem den speziellen Gaming-Modus auswählen, den viele Geräte bieten. Damit verliert das Bild zwar minimal an Brillanz, dafür laufen die Szenen geschmeidiger über den Schirm - wichtig vor allem bei schnellen Games wie Shootern.

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 19.12.2017 | 12:00 Uhr

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