Stand: 03.02.2017 12:34 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

"Wiederholter Zustellversuch": Vodafone-Werbung wird verboten

Das aktuelle Vodafone-Werbeschreiben, sieht aus wie ein offizielles Behördenschreiben. Jetzt hat die Bundesnetzagentur es verboten. Ob ihr auf das Schreiben reagieren müsst? Wir erklären es.

Eine rosafarbene Karte, die erste Zeile: "Wichtige Information", darüber ein Stempel: "Wiederholter Zustellversuch" - eine Optik wie diese deutet im Normalfall auf einen wichtigen Behördenbrief hin. Doch: Vodafone nutzte diese Aufmachung für Werbeschreiben. Das ist dreist - meint auch die Bundesnetzagentur und verbietet die Werbebriefe.

Die Absicht hinter der Kampagne: Kundenfang

Auf den Werbebriefen setzte Vodafone eine Frist: Der betroffene Haushalt solle sich bis spätestens 24. Februar bei dem Unternehmen melden. Die Hoffnung des Anbieters: neue Kunden gewinnen. Die Bundesnetzagentur verurteilt das Vorgehen:

Das Unternehmen hat versucht, Verbraucher zu täuschen und als Kunden zu gewinnen. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur

Der Präsident der Behörde, Jochen Homann, erklärte, solches Verhalten werde konsequent geahndet. Sogar eine Strafzahlung hat die Bundesnetzagentur dem Telefonanbieter bereits angedroht: 20.000 Euro, falls die Briefe weiter versendet werden. Mittlerweile, so schreibt Heise, hätte Vodafone aufgehört, die Werbebriefe zu verschicken. Der Telefonanbieter wolle die Schreiben überarbeiten, bevor die nächste Welle rausgeht - dann hoffentlich eindeutiger als Werbung erkennbar.

Wirkt offiziell: So sieht die Vodafone-Werbung aus.
Warum verschickt Vodafone solche Briefe?

Vodafone baut sein eigenes Telefonnetz aus. Der Telefonanbieter hat bereits vor über drei Jahren Kabel Deutschland übernommen und mit der Firma ein komplettes Leitungsnetz. Deswegen möchte Vodafone, dass alle Kunden auch über ihre Leitungen telefonieren. Der Grund: Telefonanbieter müssen sich Nutzungsrechte an den bestehenden Leitungen eingekauft - zum Beispiel bei der Telekom. Dieses Geld möchte Vodafone jetzt offenbar sparen und versucht seine Kunden dazu zu bewegen, auf das firmeneigene Netz umzustellen, was an eine Vertragsänderung gekoppelt sein kann.

Brief bekommen: Und jetzt?

Der Vodafone-Brief ist Werbung, ein rechtlicher Hintergrund fehlt. Deswegen könnt ihr den Brief ohne schlechtes Gewissen in den Müll schmeißen. Lasst euch nicht durch den Stempel verunsichern. Ob der Brief oder die Karte tatsächlich von Vodafone stammen, seht ihr daran, dass im Schreiben der Vodafone-Kundenservice angegeben ist. Dieser taucht entweder im Briefkopf, in einer Zeile ganz unten auf der Seite oder auf der Postkarte oben links auf.

 

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N-JOY | 03.02.2017 | 14:20 Uhr

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