Stand: 18.01.2019 15:17 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Gehackt? Erpressung per E-Mail ist zurück

Per E-Mail drohen Erpresser, Videos mit euch in der Hauptrolle zu veröffentlichen. Aber: Die Masche ist ein Betrugsversuch - alles an der E-Mail ist erfunden.

Mehr als 14.000 Euro sind in drei Tagen auf dem Konto der Betrüger eingegangen: Ab dem 7. Januar 2019 haben in wenigen Tagen 50 Internetnutzer Geld an ein Bitcoin-Konto überwiesen, das in einer Erpresser-Mail genannt wird. Die Masche: Der Absender behauptet, den Rechner, das Smartphone oder das Tablet gekapert und intime Aufnahmen des Nutzers beim Anschauen eines Pornos mitgeschnitten zu haben.

Die Forderung der Erpresser: Damit die Videos nicht im Netz landen, soll der Empfänger zwischen 300 und 400 Euro Schweigegeld in der Bitcoin-Währung überweisen.

Sicherheit

So bastelt ihr euch ein sicheres Passwort

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Update vom 18. Januar 2018: Geklauter Mega-Datensatz sorgt für neue E-Mail-Welle

Kurz nachdem bekannt wurde, dass im Netz ein Datensatz mit 773 Millionen E-Mail-Adressen und den dazugehörigen Passwörtern frei zugänglich kursiert, versuchen Betrüger erneut, euch zu erpressen. Der Inhalt: Die Mail-Adresse (gmail, gmx, web.de) wäre gehackt worden. In der Mail führen die Erpresser sogar ein Passwort auf und verlangen als Bezahlung Bitcoin. Wenn ihr eine solche E-Mail bekommt: Ändert euer Passwort. Was ihr nicht machen sollten: bezahlen.

Kriminalhauptkommisar: "Das ist Erpressung"

Denn die Täter liefern keine Beweise dafür, dass es die intimen Videos wirklich gibt. Kriminalhauptkommissiar Hans-Joachim Henschel vom Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen warnt, ihm sei kein Fall bekannt, in der die Erpresser solche Videos tatsächlich besessen hätten. Jeder, der solche E-Mails bekomme, könne Anzeige erstatten oder die Mail an die Experten für Internetkriminalität der Polizei Niedersachsen weiterleiten.

E-Mail gehackt? Absender und Empfänger sind identisch

Der Warndienst Onlinewarnungen.de und das LKA bestätigen, dass aktuell eine neue Welle dieser E-Mails kursiert. In den E-Mails, die der N-JOY Redaktion vorliegen, haben wir eine Besonderheit entdeckt: Die E-Mail-Adresse des Absenders ist identisch mit der des Empfängers. Das heißt: Theoretisch erpresst der Empfänger sich selbst. Davon sollten sich die Nutzer aber nicht abschrecken lassen, so der Experte für Internetkriminalität:

Der Mail-Account wurde nicht gehackt, er ist sicher! Hans-Joachim Henschel, LKA Niedersachsen

Die E-Mail-Adresse des Absenders zu verändern, sei technisch ganz einfach, erklärt er im N-JOY Interview: "Es ist, als würde man den Namen des Empfängers auch als Absender auf den Briefumschlag schreiben, bevor man ihn in den Briefkasten wirft."

E-Mail gehackt? Erpresser kenne euer Passwort? Keine Panik!

In einigen der E-Mails werden sogar Passwörter genannt. Doch diese stammen laut dem Experten wohl aus alten Datendiebstählen. Wichtig ist allerdings: Solltet ihr das Passwort, das die Erpresser in der E-Mail benennen, noch verwenden, ändert es überall.

Erpressung per Mail: Was tun, wenn ihr die Mail bekommen habt?

Habt ihr eine ähnliche Mail bekommen, wie sie oben im Bild gezeigt wird, meldet sie als Spam oder löscht sie. Bezahlt auf gar keinen Fall Geld. Sieht die E-Mail ein bisschen anders aus, ist das auch kein Grund zur Panik: Laut Onlinewarnungen.de existieren mittlerweile mindestens 59 verschiedene Versionen. Also: Ruhe bewahren und nicht auf die Masche der Erpresser reinfallen.

Dieses Thema im Programm:

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